Mo, 20. August 2018

Demos in Kambodscha

03.01.2014 14:27

Militär feuert auf Textilarbeiter - mehrere Tote

Bei Zusammenstößen zwischen kambodschanischen Sicherheitskräften und protestierenden Textilarbeitern sind Augenzeugen zufolge mehrere Menschen getötet worden. Militärpolizisten eröffneten nach Angaben von zwei Menschenrechtlern am Freitag mit Sturmgewehren und Pistolen das Feuer auf Demonstranten, die vor einer Fabrik in der Hauptstadt Phnom Penh mit Steinen, Flaschen und Benzinbomben warfen. Die Armee rechtfertigte ihren Einsatz damit, eine drohende "Anarchie" zu verhindern.

Die Kambodschanische Liga für die Förderung und Verteidigung der Menschenrechte sprach von vier Toten und 21 Verletzten. Es sei die "schlimmste staatliche Gewalt gegen Zivilisten in Kambodscha seit 15 Jahren" gewesen, erklärte die Organisation.

Ein Sprecher der Militärpolizei sagte dagegen, ein Mensch sei gestorben, mehrere seien verletzt worden. "Wir erfüllen nur unsere Pflicht, Rolle und Aufgabe. Jetzt sichern wir die Lage", fügte er hinzu. Der Einsatz scharfer Munition sei gerechtfertigt, weil sonst "Anarchie" drohe, betonte ein Sprecher der Sicherheitskräfte.

Opposition: "Versuch, die Arbeiterbewegung zu brechen"
Oppositionsführer Sam Rainsy verurteilte am Freitag den Einsatz gegen die Beschäftigten im Industriegebiet Canadia Industrial Park. "Es ist ein inakzeptabler Versuch, nicht nur einen Arbeiterstreik, sondern die ganze Arbeiterbewegung sowie die Demokratiebewegung zu brechen, die sich in Kambodscha seit den Wahlen im Juli entwickelt", sagte Rainsy, dessen Partei seit der Wahl das Parlament boykottiert.

Opposition und Gewerkschaften hatten zu einem landesweiten Streik aufgerufen. Die Arbeitnehmervertreter fordern mehr Geld für die Beschäftigten der Bekleidungsindustrie, die zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen des südostasiatischen Landes zählt. In der Textilindustrie Kambodschas sind rund 650.000 Menschen tätig. 400.000 von ihnen nähen für internationale Modemarken wie Gap, Nike und H&M.

Nach zwei Wochen friedlicher Streiks gewaltsame Auflösung
Nach zwei Wochen überwiegend friedlicher Streiks, Protestmärsche und Demonstrationen hatten die Sicherheitskräfte am Donnerstag erstmals eine Demonstration gewaltsam aufgelöst. Dabei wurden nach Angaben von Teilnehmern mehrere Menschen verletzt und festgenommen. Auch Pressefotografen waren geschlagen worden.

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