Ex-Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) tritt am Montag sein Amt als Gouverneur der Nationalbank an. Der 51-jährige Ökonom übernimmt die Geschäfte von Robert Holzmann. Am 11. September wird Kocher seine erste Ratssitzung bestreiten.
Bei dieser steht die nächste Zinsentscheidung an. Nach sieben Zinssenkungen hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Einlagensatz zuletzt bei zwei Prozent belassen. Grundsätzlich ist es Ziel, die Inflationsrate nahe bei zwei Prozent zu halten und damit Preisstabilität zu garantieren. Kocher wollte sich bisher nicht näher zu seinen geldpolitischen Positionen äußern. Sein Amtsvorgänger Holzmann, der von der FPÖ unterstützt wurde, galt als Anhänger einer straffen Geldpolitik mit Schwerpunkt auf der Inflationsbekämpfung mittels höherer Zinsen.
Das Gegenteil ist eine expansive Geldpolitik, die niedrigere Zinsen und billiges Geld verfolgt und auf diese Weise die Wirtschaft ankurbeln will. Dass sich Kocher angesichts der Entwicklung der Inflation für Niedrigzinsen einsetzen wird, gilt als unwahrscheinlich.
Das waren die letzten Gouverneure der Nationalbank:
Österreich hat im Vergleich zur Eurozone eine relativ hohe Inflation, was zuletzt für Debatten gesorgt hat. Zudem sind die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump und schwache Konjunkturdaten bei dem Kurs zu berücksichtigen. Beschäftigen werden die Nationalbank in den kommenden Jahren unter anderem auch der digitale Euro, die Bargeldversorgung und die Finanzen der Nationalbank selbst. Kocher ist künftig Mitglied im obersten EBZ-Beschlussorgan und wird über die Geldpolitik im Euroraum mitentscheiden.
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