Im Kampf gegen illegale Migration sind die Aufgriffszahlen im Burgenland stark rückläufig. Jetzt kann die Grenzstruktur in Nickelsdorf reduziert werden. An den Kontrollen und strikten Maßnahmen gegen die Schleppermafia hält Innenminister Gerhard Karner allerdings fest.
Bis zu 20.000 Menschen pro Tag sind im August 2015 über die österreichisch-ungarische Staatsgrenze marschiert, die meisten am Hotspot Nickelsdorf. Bis zu 3500 Flüchtlinge waren es jeweils in den Sommerwochen in den darauffolgenden Jahren. Fast 1000 Aufgegriffene innerhalb von sieben Tagen hat die Polizei noch 2023 registriert. Damit ist so gut wie Schluss.
Der Ansturm hat nachgelassen
Die dramatischen Bilder von damals sind dunkle Vergangenheit. Der europaweite Kampf gegen die Schleppermafia zeigt Wirkung. Während im Juni 2022 bundesweit mehr als 10.700 illegale Fremde aufgegriffen worden sind, waren es heuer im Vergleichsmonat nicht einmal 1100. Im Burgenland bewegen sich die Zahlen der Migranten, die 2025 aus Ungarn eingewandert sind, zwischen 15 in der Woche von 7. bis 13. April und 108 von 21. bis 27. Juli.
Mitten in den Arbeiten
So wie in Spielfeld in der südlichen Steiermark kann die lange Zeit dringend nötige Grenzstruktur in Nickelsdorf reduziert werden. Mit dem Abbau der vier großen Flüchtlingszelte wurde soeben begonnen. Mit dem Abschluss der Arbeiten, die zügig vorangehen, ist dieser Tage zu rechnen.
Die Containeranlage und die Halle Ost sollen weiterhin für die Vorbereitung und Durchführung von grenzpolizeilichen Einsätzen genutzt werden. „Im Bedarfsfall soll die Infrastruktur rasch hochgezogen werden können, dafür stellen wir zusätzlich kleinere Zelte bereit“, kündigt Innenminister Gerhard Karner an.
Kein Pardon für Schlepper!
Der Innenminister verweist auf die aktuellen Entwicklungen, wonach die eng mit der Schleppermafia vernetzte illegale Migration massiv zurückgedrängt worden sei. Das mache sich vor allem auf der Balkan-Küstenroute deutlich bemerkbar. Trotz aller erfolgreichen Maßnahmen wie der länderübergreifenden „Operation Fox“ auf ungarischem Staatsgebiet hält Karner daran fest, nationale Grenzkontrollen fortzusetzen. Zu den gezielten Maßnahmen zähle ebenso der verstärkte Schutz der europäischen Außengrenzen, betont der Innenminister.
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