Hulk Hogan, Rick Flair oder der Undertaker - so hießen die sich prügelnden Helden der Wrestling-Szene Mitte der 90er Jahre. In "WWE Smackdown vs. Raw 2006" gibt es jedoch nicht nur ein Wiedersehen mit alten Wrestlern, auch unzählige jüngere Recken - sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts - der Profi-Ligen stehen dem Spieler zur Verfügung. Wem das nicht reicht, der bastelt sich einfach seinen eigenen Catcher. Natürlich braucht es hierfür erst einmal einen griffigen Titel, wie etwa "Knochenbrecher".
Danach steht der Spieler vor der Qual der Wahl. Die Möglichkeiten zur Individualisierung der eigenen Spielfigur sind nämlich so vielfältig, dass einem "Sim2" geradezu lächerlich erscheint. Von der Ausprägung des Nasenhöckers bis hin zur Farbe der Socken lässt sich hier alles den Wünschen des Spielers anpassen. Bedacht werden sollte jedoch, dass sich das äußere Erscheinungsbild des Kämpfers auch auf seine Leistungsfähigkeit ausübt.
Auch die unterschiedlichen Spiel-Modi lassen keine Wünsche übrig. Neben dem klassischen "1 vs. 1" oder den "Tag Team Matches" gibt es auch einen Karriere-Modus, in dem sich der Spieler langsam nach oben ringen muss. Für jeden Kampf gibt es dann Erfahrungspunkte, mit denen sich im Trainingsraum beispielsweise neue Muskeln antrainieren lassen.
Allerdings entwickelt sich der Wrestler gerade zu Beginn sehr langsam, ist doch der Schwierigkeitsgrad von "WWE Smackdown vs. Raw 2006" nicht gerade der leichteste. Dies liegt vor allem an den unzähligen Tasten-Kombinationen, mit denen der Spieler seine Gegner auf die Matte schicken kann. Hier bedarf es einiger Übung, um dann im richtigen Moment den richtigen Angriff zu starten oder Attacken des Gegners zu parieren. Ist man mit der Steuerung erst einmal vertraut, so sorgen die einzelnen Aktionen für ein ungemein unterhaltsames und auch realistisches Sport-Vergnügen.
Wer auf stupide Prügel-Action hofft, der wird enttäuscht. Vielmehr geht es um kluges Taktieren, um nicht vorzeitig vor lauter Erschöpfung zu Boden zu gehen. Ein Blick auf die "Stamina"-Anzeige lohnt sich. Wer sich ein wenig die Beine vertreten will, der kann ja kurz den Ring verlassen und mit einem netten Sitzmöbel zurückkehren, um dieses auf dem Rücken seines Gegners zu zertrümmern. Dem Spieler sind fast keine Grenzen gesetzt, gute Musik und Kommentare in typischer Wrestling-Manier sorgen zudem für die richtige Atmosphäre.
Grafisch legt das Spiel im Vergleich zum Vorgänger noch mal ordentlich zu. Zudem wird es einem durch die breitgefächerten Kampfarenen und den vielen Charakteren nur selten fad. Musikalisch untermalt wird alles von - wie könnte es anders sein - relativ harten Klängen. Schließlich handelt es sich ja hier weitestgehend um einen Männersport. Was widerum auch daran zu erkennen ist, dass die weiblichen Wrestlerinnen nur sehr leicht bekleidet in den Ring steigen.
Fazit: Wrestling-Fans werden Tränen in die Augen bekommen und auch alle anderen Gamer dürften mit "WWE Smackdown vs. Raw 2006" voll auf ihre Kosten kommen. Grafik und Musik sowie die unzähligen Editierungs-Möglichkeiten sorgen für authentisches Feeling. Einzig und allein der hohe Schwierigkeitsgrad zu Beginn des Spiels dürfte Neulingen zu schaffen machen.
Platform: PS2
Publisher: THQ
Krone.at-Wertung: 88%
von Sebastian Räuchle








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