Die Vorschusslorbeeren konnten Danielle (Gesang, Gitarre), Alana (Gitarre, Keyboards) und Este (Bass) locker erfüllen. Ihr umjubeltes Debütalbum "Days Are Gone" erreichte in Großbritannien sensationell Platz eins und sorgte auch in ihrer Heimat USA (Platz sechs), Australien (Platz zwei) und Kanada (Platz sieben) für Furore.
Kein Druck von außen im Dreimäderlhaus
Die bekömmlich-leichtfüßige Mischung aus radiotauglichem Indie-Pop, eingängigen R&B-Zitaten und ausgeruhtem Folk-Rock ist gleichermaßen kompatibel für Underground-Liebhaber und Mainstream-Hörer. Druck von außen spürten die Schwestern nach der BBC-Prognose aber nicht, wie sie im "Krone"-Interview betonen. "Der Druck, den wir uns mit dem Album 'Days Are Gone' selbst auferlegt haben, überstieg von Anfang an jegliche Erwartungshaltung, die von außen gekommen wäre. Wir sind Perfektionisten und obsessiv, wenn es darum geht, immer bessere Songs zu schreiben und immer bessere Shows zu spielen."
Die vielen Stilrichtungen, die Haim auf "Days Are Gone" vereinen, waren keinesfalls bewusst geplant. "Wir wollten einfach ein Album machen, bei dem wir selbst eine gewisse Aufregung verspüren, wenn wir es anderen Leuten vorspielen. Ein Album, auf das wir wirklich stolz sein können. Wir hatten Riesenspaß dabei, es einzuspielen – darum geht es uns auch hauptsächlich." Die Lust am Musizieren hört man aus jeder Note. "Musik ist für unser reiner Spaß und die ideale Ausdrucksform für unsere Anliegen. Alle Shows, die wir bislang gespielt haben, haben uns in der Meinung bestärkt, für immer so weiterzumachen." Musik und Vielseitigkeit wurde den drei Mädels in die Wiege gelegt, schließlich haben alle drei schon als Kinder an verschiedensten Instrumenten experimentiert.
Kein Platz für fremde Einflüsse
"Bei uns wurde eigentlich immer Musik gespielt", erzählen die Schwestern, "unsere erste Erinnerung reicht weit zurück. Wir saßen im Schlafzimmer unserer Eltern und unsere Mutter zeigte uns, wie man 'Big Yellow Taxi' auf der Gitarre spielt." Diese Fähigkeiten hat Sängerin Danielle, mit 24 Jahren die mittlere der drei Schwestern, schon vor der Gründung von Haim prominent genutzt, indem sie mit Jenny Lewis oder Strokes-Frontmann Julian Casablancas die Bühne teilte und dabei viel lernte. "Das Touren mit Julian lehrte mich, dass ich unnachgiebig sein muss, wenn es um mein Handwerk und die Kreativität geht. Außerdem sagte er mir immer, ich solle meine Kunst gut schützen und keinesfalls die Visionen anderer in meine Ideen einfließen lassen."
Für familiäre Streitereien oder interne Hahnenkämpfe ist im Haim-Kosmos kein Platz. "Wir haben auch schon versucht, in anderen Bands zu spielen, aber es war niemals so lustig, wie wenn wir untereinander sind. Wir kommunizieren miteinander, ohne zu sprechen, und können die Gedanken der jeweils anderen lesen. Das erleichtert das Songwriting um einiges. Wir sorgen füreinander und wenn wir schon streiten, dann nur wegen Kleidung." Mode ist neben der Musik die zweite Ausdrucksform für Haim. Ähnlich wie Florence + The Machine, wissen auch die Kalifornierinnen beide Stilarten geschickt zu verknüpfen.
Musik und Mode
"Dafür haben wir uns schon immer interessiert, allerdings ohne modeln zu wollen. Mit Kleidung zu spielen, verschiedene Stile auszuprobieren und sich zu verändern macht einfach Spaß. Ich glaube, am meisten inspiriert uns der Kleidungsstil unserer Großeltern aus den 50er-Jahren." Vorerst gilt es für Haim aber, sich voll auf die Musik zu konzentrieren. Derzeit tourt das sympathische Trio fleißig durch die Welt und prophezeit einen noch nicht fixierten Österreich-Gig. "Eine Show bei euch liegt in den Planungen unserer näheren Zukunft – wir können es kaum erwarten." Die zahlreichen Fans hier ebensowenig.












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