Fr, 17. August 2018

Mysteriöser Tod

17.12.2013 17:00

Tochter: "Mein Vater war der Pflegerin hörig"

Der Tod von sechs betagten Männern im Burgenland, in Wien und Niederösterreich wirft derzeit Fragen auf. Schon länger haben Ermittler Alzbeta C. im Verdacht, Beweise gegen die Polin gibt es bislang aber keine. Nach der Exhumierung des 2006 im burgenländischen Nickelsdorf verstorbenen Josef S. am Dienstag erhofft sich die Polizei nun einen Durchbruch. Mit Rohypnol soll die Verdächtige ihre Patienten vergiftet und das Pflegegeld kassiert haben. Indes meldet sich auch die Tochter von Josef S. zu Wort.

Über eine Zeitungsannonce lernte Witwer Josef S. seine Alzbeta kennen und verliebte sich Hals über Kopf. "Wir hatten öfters Streit mit dem Vater wegen dieser Frau. Ich glaube, er war ihr hörig. Meine Schwestern und ich hatten sie schon länger im Verdacht. Sie kam immer mit einem weißen Koffer. Da waren die Medikamente drinnen", erinnert sich Tochter Michaela (37) im Gespräch mit der "Krone". "Mein Vater war immer gesund. Doch als er sie kennenlernte, ging es bergab."

"Es sah aus wie Parkinson, verlief aber viel schneller"
Alzbeta C. soll den 78-Jährigen in ein angebliches Ferienhaus in die Slowakei mitgenommen haben. Als die beiden nach zwei Wochen zurückkehrten, war der ehemalige Gemeindebedienstete nicht mehr derselbe. "Es sah aus wie Parkinson, verlief aber viel schneller", sagt die Tochter. Das Pflegegeld ging monatlich an Alzbeta C., die "immer wieder mal vorbeischaute". Am 15. Juni 2006 starb Josef S.

Die Verdächtige habe immer darauf bestanden, dass er verbrannt werde, doch die Familie wollte ein traditionelles Begräbnis. Am Dienstag wurde das Familiengrab dann geöffnet, um den Leichnam zu exhumieren.

Spuren von Rohypnol in Harnprobe gefunden
Mysteriös: Mit einem Harn-Schnelltest waren bei Josef S. kurz vor seinem Tod Spuren von Rohypnol - besser bekannt als "K.-o.-Tropfen" - festgestellt worden. Eine Blutprobe wurde ins AKH nach Wien geschickt - doch diese kam dort nie an.

Die Polizei hält sich derzeit bedeckt. Ermittelt wird jedoch schon länger - auch in Wien. Immer wieder taucht Alzbeta C. in den Nachforschungen auf. Doch für einen Haftbefehl ist die Beweislage zu dünn. Die Verdächtige wird in Polen vermutet. Mit Spannung werden nun die Ergebnisse der Obduktion von Josef S. erwartet.

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