Die Forscher vermuten, dass die Frösche diese Substanzen nicht über die Nahrung aufnehmen, sondern selbst herstellen können, denn selbst gerade frisch aus Kaulquappen umgewandelte Jungfrösche haben den chemischen Tarnmantel bereits. Dieser ermöglicht es ihnen, mitten unter den aggressiven Ameisen zu leben, schreiben die Wissenschaftler im Fachjornal "PLOS One".
Der Rote Wendehalsfrosch (das kleine Bild zeigt ein Päarchen) lebt in Savannen, in denen es manchmal über ein halbes Jahr nicht regnet. Um nicht zu vertrocknen, verkriecht er sich während dieser Zeit in Löchern und Spalten im feuchten Erdreich, die aber meist schon von sehr aggressiven Ameisen besetzt sind. Eine dieser Arten, die bis zu 2,5 Zentimeter große und nach Schwefel riechende afrikanische Stinkameise, ist besonders aggressiv. Sie hat mächtige Kiefer und einen mit einer Giftdrüse verbundenen Stachel. Mit ihrem Gift tötet sie auch Frösche und frisst sie.
Unbekannte Peptide schützen vor Attacke
Die Forscher konnten zwei bisher unbekannte Peptide nachweisen, die den Wendehalsfrosch schützen. Peptide sind aus Aminosäuren zusammengesetzte Eiweißbausteine. Die im Labor nachgebauten Substanzen haben die Experten in Afrika an den Stinkameisen erfolgreich getestet: Den Tieren wurde ihre Lieblingsspeise, Termiten, mit bzw. ohne Peptidmantel angeboten. Mit den Eiweisbausteinen behandelte Termiten wurden im Gegensatz zu ihren ungeschützten Artgenossen von den Ameisen ignoriert oder erst mit Zeitverzögerung attackiert.













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