06.12.2013 08:56 |

Beschwerde half

Kein Ticket wegen Krücken: ÖBB forderten 95 Euro

Ein junger Mann, der mit Krücken unterwegs war und wegen der knappen Umsteigezeit eine Fahrkarte erst im Zug kaufen wollte, staunte nicht schlecht: Denn der Schaffner erklärte, dass das nicht möglich sei - und verhängte eine Geldstrafe von stolzen 95 Euro. Nach einer Beschwerde des Betroffenen, entschuldigten sich die ÖBB nun dafür.

Freunde in Oberösterreich wollte der junge Niederösterreicher Thomas M. besuchen. "Ich fuhr zunächst nach Linz und dann mit dem Regionalzug weiter nach Ansfelden", schildert er. Zwischen der Ankunft des einen und der Abfahrt des anderen Zuges lagen nur wenige Minuten.

"Da ich derzeit wegen einer Verletzung auf Krücken angewiesen bin, war es schon mühsam, die Garnitur überhaupt zu erreichen. Die Fahrkarte wollte ich dann direkt beim Zugbegleiter kaufen. Was M. aber nicht wusste: Dieses Service haben die ÖBB eingestellt.

95 Euro Strafe aufgebrummt
"Der Schaffner war extrem unfreundlich und reagierte auch nicht auf meinen Einwand, dass ich wegen der Gehbehinderung gar keine Zeit gehabt hätte, das Ticket beim Automaten zu kaufen." Weil M. den Strafbetrag von 65 Euro nicht bar dabei hatte, gab es vom ÖBB-Mitarbeiter einen Erlagschein über stolze 95 Euro - für eine Fahrkarte, die 2,20 Euro gekostet hätte.

Auf "Krone"-Nachfrage gaben sich die Bundesbahnen zerknirscht. "Tarifrechtlich hat der Zugbegleiter natürlich korrekt gehandelt, menschlich freilich nicht. Wir verzichten selbstverständlich auf die Forderung von 95 Euro", erklärte Sprecher Michael Braun.

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