29.11.2005 08:21 |

Nimm die rote Pille

The Matrix - Path of Neo

Mit der Matrix-Triologie schufen die Wachowski-Brüder ein unvergleichliches Kinoerlebnis. Mit "The Matrix - Path of Neo" kann der Spieler nun zum ersten Mal in die Rolle von Neo schlüpfen und am eigenen Leib erfahren, wie es ist der Auserwählte zu sein.

Alles beginnt ganz friedlich am Arbeitsplatz, in einem weniger gemütlichen Großraumbüro. Im nächsten Augenblick wimmelt es nur so von Polizisten und den berüchtigten Agenten, die auf der Suche nach Neo sind. Gott sei Dank klingelt im richtigen Moment das Handy und Morpheus weist uns den Weg aus dem Gebäude. In einer wilden Verfolgungsjagd durch das Büro und über die Dächer gelingt es Neo schließlich sich aus dem Staub zu machen.

Für die nächste Stunde verlässt der Spieler dann Originalschauplatz des Filmes und findet sich in einem umfangreichen Tutorial wieder. Zu Beginn werden wir in den Künsten des Kung Fu unterrichtet. Der Spieler steuert dabei aus der 3rd-Person-Perspektive und lernt lautloses anschleichen sowie die ersten Tritte und Schläge. Anschließend geht es zum Schwertkampf. Die fernöstliche Schwarz-Weiß-Optik erinnert hier stark an Tarantinos "Kill Bill". Danach noch ein Waffen-Training, ein Sparring mit Morpheus im Dojo sowie ein Sprungtraining und schon hat uns die Matrix wieder. 

Neben etlichen Waffen, wie Pistole, Maschinengewehr, Schrotflinte oder Granatwerfer, sind es vor allem Neos Hände und Füße, die zur Verteidigung dienen. Im Kampfgeschehen wesentlich von Bedeutung ist die richtige Konzentration ("Fokus"). Diese Fähigkeit lässt Neo zu Hochform auflaufen, um beispielsweise Kugeln auszuweichen oder blitzschnell zuzuschlagen. Ähnlich einem gewissen Prinzen aus Persien ist Neo außerdem ein echtes Bewegungstalent. Mit der Fähigkeit an Wänden entlangzulaufen oder extrem hoch zu springen, lassen sich nicht nur Hindernisse überwinden, es lassen sich vor allem auch spektakuläre Stunts erzielen.

Allerdings hält die Konzentration nicht ewig, weshalb sich Neo immer wieder kleine Verschnaufpausen gönnen muss. Gleiches gilt für die Gesundheitsanzeige, die sich jedoch recht schnell regeneriert. Nach jeder geglückten Mission erreicht Neo eine höhere Bewusstseinsebene, mit der er weitere Spezialfähigkeiten erwerben kann. Nach und nach entwickelt sich Neo so zu einem echten Tausendsassa, der es dann selbst mit Agenten wie Mr. Smith aufnehmen kann.

Grafisch ist "The Matrix - Path of Neo" ein echter Hingucker. Gerade die "Bullet Tim"-Bewegungsabläufe und Kampftechniken lassen echtes Matrix-Feeling aufkommen. Dafür sorgen übrigens auch die vielen Film-Szenen, die eigens von den Wachowskis für das Spiel neu zusammengeschnitten wurden. Lediglich die Darstellung der Charaktere könnte ein wenig feiner gestaltet sein und auch bei der Musik hätte man sich mehr einfallen lassen können. Musik-Kracher wie aus dem Film sucht man leider vergebens.

Sehr gut gelungen ist die schrittweise Einführung in die verschiedenen Kampfstile und Bewegungen. Zudem werden einem im Laufe des Spiels immer wieder Tastenkombinationen angezeigt, um im richtigen Moment den richtigen Trick zu starten. Probleme macht hingegen sehr häufig die Kamera, wodurch man gelegentlich blind kämpfen muss, da Objekte die freie Sicht versperren.

Fazit: "The Matrix - Path of Neo" bietet durch die verschiedenen Kampfstile und die Bewegungsvielfalt jede Menge Abwechslung - nicht nur für Matrix-Fans. Die Special-Moves im Matrix-Stil sind eine echte Augenweide. Abzüge gibt es für Kamera und Musik.

Platform: Xbox (getestet), PS2, PC
Publisher: Atari
Krone.at-Wertung: 84%

von Sebastian Räuchle

Samstag, 15. Mai 2021
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