Leiche zerstückelt

Deutscher Polizist tötet Mann auf dessen Wunsch

Ausland
29.11.2013 17:20
Ein deutscher Polizist hat einen 59 Jahre alten Mann aus Niedersachsen getötet und anschließend zerstückelt - wohl auf dessen Wunsch hin. Der Tatverdächtige habe die Tötung gestanden und die Ermittler später zu den vergrabenen Leichenteilen geführt, gaben Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag in Dresden bekannt. Ein sexuelles Motiv stritt der Polizist ab, der leitende Oberstaatsanwalt sprach von Tötung auf Verlangen.

Die beiden Männer kannten sich aus dem Internet. Nach ersten Aussagen des Tatverdächtigen hat der Mann sein Opfer noch am Tag des ersten Treffens, dem 4. November, getötet und die Leiche innerhalb von vier bis fünf Stunden zerteilt. Das Opfer hatte nach ersten Erkenntnissen bereits mit der Absicht, sich töten zu lassen, über eine Internetplattform Kontakt mit dem Polizeibeamten aufgenommen. Konkrete Hinweise auf Kannibalismus gibt es derzeit nicht.

Der 55 Jahre alte Kriminalhauptkommissar führte offenbar über Jahrzehnte ein Doppelleben: Tagsüber half der Schriftsachverständige im Landeskriminalamt Sachsen bei der Aufklärung von Straftaten. Nach Feierabend chattete er in Internetforen für Menschen mit Interesse an Kannibalismus - schon als Jugendlicher soll er einschlägige Fantasien geäußert haben.

Opfer und Täter hatten Kannibalismusfantasien
Seit Oktober hatte er dort Kontakt mit seinem späteren Opfer aus Hannover. Der Geschäftsführer einer Unternehmensberatung träumte den Ermittlungen zufolge seit seiner Jugend davon, sich töten und aufessen zu lassen. Für seine makabere Fantasie fuhr er Anfang November quer durch Deutschland - ins beschauliche Erzgebirge.

Mit dem sächsischen Ermittler verwirklichte sich sein bizarrer Traum. Es geschah bereits beim ersten persönlichen Aufeinandertreffen der Männer, bei dem sie von Dresden ins abgelegene, nahe der tschechischen Grenze gelegene Gimmlitztal fuhren. Kurz nach der Ankunft in einem ehemaligen DDR-Ferienheim, in dem der Beamte wohnte und das er als Pension betrieb, erstach er seinen Gast mit einem Messer - wie per Mail zuvor verabredet, ohne lange zu zögern.

Leichte zerstückelt, aber offenbar nicht verspeist
Danach zerstückelte er die Leiche in etliche Teile, zertrennte dabei auch Knochen, und vergrub die Überreste an mehreren Stellen auf der Wiese hinter dem Haus. Die Aktion dauerte nach Angaben der Ermittler Stunden. Auf dem gut 2.000 Quadratmeter großen Grundstück suchen Leichenspürhunden noch immer nach Überresten des Opfers.

Von den bisherigen Funden zeugen große Löcher in der Wiese. In weiße Anzüge gehüllte Ermittler graben derzeit an neuen Stellen, Kollegen der Spurensicherung räumen Äste von umgesägten Bäumen weg. "Der erste Teil der gerichtsmedizinischen Untersuchung läuft", sagte Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll. "Wir stehen noch am Anfang", so Oberstaatsanwalt Andreas Feron.

Polizeipräsident: "Erschreckend abartiges Verbrechen"
Nach der Tat lebte und arbeitete der 55-Jährige vier Wochen lang mit dem schrecklichen Geheimnis, bevor die Fahnder ihn anhand von Spuren ausfindig machten, die das Opfer im Internet hinterlassen hatte. Bis am Mittwoch die Handschellen in seinem Büro klickten, war der Festgenommene ein Kollege wie jeder andere. Landespolizeipräsident Rainer Kann zeigte sich erschüttert über das "erschreckend abartige Verbrechen".

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