Gegen "1:12"-Formel
Schweizer lehnen Gehaltsbremse für Manager ab
Rund zwei Drittel der Schweizer (65,3 Prozent) sprachen sich gegen die sogenannte "1:12"-Initiative der Jungsozialisten aus, die Millionenlöhne für Manager verbieten wollte. Rund 1,8 Millionen Personen lehnten den Vorstoß ab, 955.000 nahmen ihn an. Nur in einem Kanton wurde ein Ja erzielt. Außerhalb des linken Lagers fand die Initiative kaum Unterstützung.
Gegner sehen Niederlage als Gewinn für Wirtschaftsstandort
Die Gegner von "1:12" werten die Niederlage als wichtigen Entscheid für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Das Volk wolle nicht, dass der Staat bei den Löhnen mitrede, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes, Valentin Vogt. Die Entscheidung habe sich bereits abgezeichnet, nachdem die Unternehmen in einem "sachlichen Abstimmungskampf" die Folgen einer Deckelung deutlich gemacht hätten. Vogt wehrte sich gegen die Aussage der Jungsozialisten, die Gegner der Vorlage hätten Angstmacherei betrieben.
Juso-Präsident David Roth erklärte, es sei nicht gelungen, das Volk davon zu überzeugen, dass die "Abzockerei" in den Chefetagen der Unternehmen ein Ende haben müsse. "Wir sind enttäuscht von diesem Resultat", so Roth. Man rechne allerdings nicht damit, dass die Abstimmung eine Signalwirkung auf den 2014 anstehenden Volksentscheid über einen landesweiten Mindestlohn haben werde, so der sozialdemokratische Abgeordnete Cedric Wermuth.
Auch Erhöhung der Autobahnmaut fällt durch
Gegen die Erhöhung der Maut um 150 Prozent auf umgerechnet 80 Euro sprachen sich 60,5 Prozent aus. In keinem einzigen Kanton fand die Vorlage Unterstützung. Autoverbände, die rechtsnationale Schweizerische Volkspartei (SVP) sowie grün-ökologische Kreise hatten gegen die auch im Parlament lange umstrittene Erhöhung des Vignettenpreises die Initiative ergriffen. Die ein Jahr gültige Autobahnvignette wird nun weiterhin für 40 Franken (knapp 33 Euro) zu haben sein.
Auch die Initiative zu Steuerabzügen für die Kinderbetreuung zu Hause wurde abgelehnt. Diese werden weiterhin nur Familien gewährt, die ihren Nachwuchs außer Haus betreuen lassen. Das Volk hat die Familieninitiative der SVP für einen neuen Steuerabzug für die Eigenbetreuung mit 58,5 Prozent deutlich abgelehnt.












Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.