Die rumänische Tätergruppe hatte es einerseits auf Einkäufe mit gefälschten Kreditkarten abgesehen, andererseits auf Internet-Betrug, indem sie auf gefakten Websites über ebenfalls gefakte Treuhandkonten nicht existierende Autos verkauften.
Die Shoppingtouren mit den illegalen Kreditkarten-Kopien, bei denen es vorwiegend um hochpreisige Kleidung, Elektronik, Uhren und Gutscheine ging, fanden in heimischen Einkaufszentren statt. So wurde der erste der vier in Österreich gefassten Beschuldigten in der Shopping City Süd in Vösendorf erwischt.
"Es ist gelungen, zwölf international Verdächtige auszuforschen und festzunehmen, die allein in Österreich 367 Straftaten begangen und europaweit eine Schadenssumme von 872.000 Euro verursacht hatten", so die Innenministerin. Insgesamt "erwirtschaftete" die Bande rund 1,6 Millionen Euro. Unter den Opfern befinden sich aber nach Angaben der Ermittler keine Österreicher.
Bandenchef zeigte Fälschungsverfahren in Video
Tätig war die Gruppierung auch in Mittelamerika und in Südostasien. Auf den Philippinen, in Panama und in Costa Rica wurde Geld mit Kreditkarten behoben, an deren Daten die Betrüger durch "Skimming" gelangt waren. Dieses Auslesen von Daten real und legal existierender Kreditkarten wurde in Italien und Frankreich durchgeführt.
In der Fälscherwerkstatt in der Brigittenau wurden unter anderem 129 Kreditkarten, 48 Ausweise, Blankokarten, Thermodrucker und ein Laminiergerät sichergestellt, wie Marina Rabensteiner vom Landeskriminalamt berichtete. Daneben fanden die Ermittler ein Video, auf dem der mutmaßliche Bandenchef das Fälschen von Ausweisen demonstriert.
Kripo kooperierte u.a. mit Europol und FBI
Bei der Klärung der Betrügereien arbeiteten die heimischen Kriminalisten unter anderem mit Kollegen in Ungarn, Europol, dem FBI und dem Secret Service zusammen. Die vier in Wien und Vösendorf festgenommenen Männer im Alter von 24 bis 49 Jahren sind teilweise geständig. Sie befinden sich in der Justizanstalt Korneuburg in Untersuchungshaft.










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