Vor eineinhalb Wochen haben Freunde und Verwandte Abschied von Martin G. genommen. Seine Eltern können und wollen mit dem Geschehenen aber nicht abschließen. "Unserem Sohn können wir nicht mehr helfen. Aber vielleicht anderen." Horst und Manuela G. (Bild) fordern Aufklärung nach dem tragischen Tod ihres Sohnes im Gefängnis.
Sie erzählen, wie alles angefangen hat. Von Martins Jugend, in der er wegen seiner Krankheiten keine Chance auf einen Job gehabt habe. Von großen Hoffnungen, die immer aufs Neue enttäuscht worden seien. Dann die schicksalsträchtige Märznacht 2012. "Es war eine b'soffene G'schicht, wenige Meter von seinem Stammlokal und der Wohnung entfernt. Aber okay. Er war dabei - und ist dafür auch bestraft worden", so Vater Horst G.
"Er wurde nicht richtig medizinsch versorgt"
Martin war mit Freunden in einem Wettcafé, als einer von ihnen ein Messer zückte. Das Urteil - fünf Jahre und sechs Monate Haft - sahen die Eltern auch als Chance für ihren Sohn. Als Chance, vom Alkohol wegzukommen. Das Gegenteil war der Fall.
"In der Karlau hat er es nicht einmal ein Jahr geschafft. Er hat uns erzählt von den Drogen, die es überall gibt, vom Schnapsbrennen in den Zellen. Am Schluss erkannten wir ihn nicht wieder", so die beiden Klagenfurter verzweifelt: "Er wurde nicht richtig medizinisch versorgt - er war nur eine Nummer."
Häftling bekam etwa sieben Medikamente verabreicht
"Haftnummer 118015" hat ein Mithäftling am 18. Oktober auf dem Boden der Krankenstation entdeckt. Martin soll an einem Mix an Drogen gestorben sein. Peter Prechtl, Leiter der Vollzugsdirektion: "Er war nicht im Substitutionsprogramm." Martin sei aber psychisch und psychiatrisch betreut worden und habe sechs oder sieben Medikamente plus etwas gegen sein Bauchspeichelleiden erhalten.
An welchen Substanzen der 26-Jährige gestorben ist, soll die Obduktion klären - eine Kommission untersucht den Todesfall. Dass es in der Karlau einen Handel mit Drogen und Drogenersatzstoffen gibt, kann Prechtl nicht ausschließen.
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