Taifun überlebt

13-Jährige lag tagelang neben Leichen der Eltern

Ausland
14.11.2013 10:07
Nach dem verheerenden Taifun "Haiyan" auf den Philippinen ist am Mittwoch ein 13-jähriges Mädchen gerettet worden, das fünf Tage unter den Trümmern ihres Hauses eingeklemmt war. Das völlig verstörte Mädchen wurde mit tiefen Schnittwunden ins Krankenhaus von Tacloban im Nordosten der Insel Leyte eingeliefert.

Der Sender BBC berichtete, dass alle Angehörigen der 13-Jährigen bei dem Taifun umgekommen seien. Sie habe tagelang neben den Leichen ihrer Eltern und Geschwister ausgeharrt und auf Hilfe gewartet.

Versorgung nicht schnell genug? Minister wehrt sich
Der philippinische Verteidigungsminister Voltaire Gazmin wehrte sich indes gegen Vorwürfe, die Notversorgung sei nicht schnell genug angelaufen. Das Ausmaß der Katastrophe sei einfach überwältigend gewesen. Gazmin sagte am Mittwochabend, spätestens Donnerstag würden alle Betroffenen mit Hilfsgütern erreicht. Der Fokus liegt auf den Inseln Leyte und Samar im Osten der Zentralphilippinen. Weiter westlich waren am vergangenen Freitag ebenfalls mehrere große Inseln von dem Taifun verwüstet worden.

Den Katastrophenhelfern fehlen jedoch Lastwagen, um die Hilfsgüter zu verteilen. Das Infrastrukturministerium appellierte daher an Unternehmer, Lkws zur Verfügung zu stellen. Vor der Küste kam unterdessen der US-Flugzeugträger "USS George Washington" mit 5.000 Marinesoldaten und mehr als 80 Flugzeugen und Hubschraubern an Bord an. Mit den Maschinen soll die Verteilung der Hilfsgüter in abgelegene Regionen des Notstandsgebiets deutlich beschleunigt werden.

Helfer: "Verwesungsgestank unerträglich"
Verteidigungsminister Gazmin sagte weiters, die Bergung der Leichen habe Priorität. Die Trümmerberge behinderten jedoch die Arbeiten. "Wir wissen, dass es noch Gegenden gibt, wo Leichen unter den Trümmern vermutet werden", fügte er hinzu. Bewohner und Helfer berichteten, der Verwesungsgestank sei unerträglich.

Keine Österreicher unter den Opfern
Das Außenministerium meldete am Mittwoch, dass sich unter den Opfern des Taifuns bisher keine Österrreicher befänden. Etwa 20 Landsleute würden aber noch vermisst, erklärte Sprecher Martin Weiss. Insgesamt leben laut Weiss 760 Auslandsösterreicher auf den Philippinen, jedoch nur "eine Handvoll in den am schwersten betroffenen Gebieten".

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