Für kommende EU-Wahl

Le Pen und Wilders schmieden Nationalisten-Allianz

Ausland
13.11.2013 16:46
"Es wäre doch fantastisch, wenn wir unsere Kräfte bündeln könnten", wird der niederländische Rechtsaußen-Politiker Geert Wilders nicht müde zu betonen. Gemeinsam mit der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen arbeitet er an einer europaweiten Allianz der Nationalisten, um künftig im EU-Parlament eine starke Fraktion bilden zu können. Bei den EU-Wahlen 2014 rechnen Le Pen und Wilders wie auch FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit großen Erfolgen für ihre Parteien.

Sie sind das Schreckgespenst der Leider-nicht-mehr-Großparteien. Le Pen kann mit Front National bei den Europawahlen im kommenden Jahr sogar mit Platz eins rechnen. So wie Strache, der in Österreich einen ähnlichen Erfolg einfahren könnte, muss sie dazu gar nichts tun.

Zerstrittene Großparteien als fruchtbarer Boden für Rechte
So wie sich Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger mit ihren Loch-Diskussionen selbst ins Abseits fahren und die letzte Glaubwürdigkeit verlieren, kann sich Le Pen auf die Zerstrittenheit der Konservativen und die sich immer drastischer abzeichnende Hilflosigkeit der Sozialisten und ihres Präsidenten Francois Hollande verlassen. Und auch Wilders, der bei den letzten Parlamentswahlen in den Niederlanden noch deutlich verloren hat, rechnet bei den EU-Wahlen mit steigender Zustimmung.

Im EU-Parlament bilden die Rechtspopulisten aber bisher aus verschiedenen Gründen keine eigene Fraktion, obwohl ihnen das mehr Redezeit und eine bessere Finanzierung sichern würde. Das soll jetzt anders werden, wenn es nach Wilders und Le Pen geht. Neben Österreich haben sie ihre Fühler auch nach Belgien, Schweden und Italien ausgestreckt.

"Historisches Treffen" mit "guter Freundin"
Am Mittwoch hatten Wilders und Le Pen einen gemeinsamen Auftritt im Parlament in Den Haag. Das Medieninteresse war riesig, alle Plätze lange im Vorhinein ausgebucht, und das niederländische Fernsehen übertrug live. Wilders sprach denn auch von einem "historischen Treffen" mit seiner "guten Freundin", das zu einem "politischen Erdrutsch" führen könne.

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