Veränderung

Tipps rund um die interne Bewerbung

Wirtschaft
26.11.2013 14:08
Gerade in großen Unternehmen ist es gängige Praxis, dass zu vergebende Stellen meist auch intern für bereits bestehende Mitarbeiter ausgeschrieben werden. Der Grund liegt auf der Hand: Jemand, der das Unternehmen und die Abläufe sowie Gepflogenheiten schon kennt, ist schneller eingearbeitet und bringt vieles an Erfahrungen mit, worauf man aufbauen kann.

Für den Bewerber selbst ist die Situation jedoch nicht ganz einfach. Er muss sich auf die Diskretion in der Behandlung seines Veränderungswunsches verlassen können, denn wenn sein Vorgesetzter davon erfährt, bleibt – in jenem Fall, dass die Bewerbung nicht erfolgreich ist - oft der Eindruck bestehen, dass der Mitarbeiter seinen Job ohnehin demnächst kündigen will. Damit sind Beförderungen oder Gehaltserhöhungen meist nicht mehr verhandelbar und man kann im Gegenteil hoffen, dass man nicht gekündigt wird.

Ehrlich zu sich selbst sein
Die Ausschreibungen sind meist sehr präzise, welche Qualifikationen und Erfahrungen gefordert werden. Erfüllen Sie die Kern-Anforderungen nicht, oder denken Sie sich bei mehreren Punkten "Na, das werde ich schon dazu lernen", sollten Sie sich in Ihrem eigenen Interesse eine Bewerbung gut überlegen, da diese dann wahrscheinlich nicht erfolgreich wäre.

Netzwerk für Informationen nutzen
Erkundigen Sie sich bei bekannten Mitarbeitern der ausschreibenden Abteilung hinsichtlich der offenen Position. Etwa ist für Sie interessant, warum die Stelle frei ist, warum jener Kollege, mit dem die Stelle zuvor besetzt war, nicht mehr da ist und was genau die wirklichen Anforderungen sind. Denn für Sie macht es einen Unterschied, ob die Position neu geschaffen wurde, oder der Kollege aufgrund eines sich verschlechternden Betriebsklimas gekündigt hat. Und wenn man auf dem Weg des Tratschens, bei einem gemeinsamen Kaffee im Rahmen vieler verschiedener Gesprächsthemen diese Informationen vorab unauffällig bekommen kann, ist schon ein großer Schritt getan.

Diskretion & Professionalität
Nehmen Sie die Bewerbung ernst und verfassen Sie ein kurzes Motivationsschreiben sowie einen aktuellen Lebenslauf. Ihre offizielle Motivation sollte jedenfalls sein, dass Sie sich weiterentwickeln wollen und dazulernen wollen, und nicht, dass Sie vor unangenehmen Entwicklungen in Ihrer aktuellen Abteilung rechtzeitig flüchten wollen. Schreiben Sie Ihre Bewerbung zu Hause und versenden Sie diese von Ihrer privaten Mailadresse und bitten Sie auch darum, Antworten auf diese Adresse erhalten zu wollen. Denn Ihre beruflichen Mails darf zwar strenggenommen auch niemand lesen, aber eine Garantie haben Sie nicht.

Gesprächstermine
Werden Sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen, bitten Sie um einen Termin in der Randzeit – also noch vor Ihrem Dienstbeginn, oder nach Dienstende, oder während der Mittagspause, damit Sie das Gespräch unauffällig wahrnehmen können. Achten Sie auf gehobene Freizeitkleidung, aber bitte nicht der schwarze Anzug oder das auffallend elegante Kostüm, da Sie sonst ungewollte Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Werden Sie dennoch auf Ihre ungewöhnlich elegante Erscheinung an diesem Tag angesprochen, können Sie sich noch immer eine Ausrede einfallen lassen: Essen mit dem Partner direkt nach der Arbeit, Theaterbesuch oder Elternsprechtag – seien Sie ruhig kreativ, aber denken Sie daran, dass Sie diese Geschichte am nächsten Tag bei Rückfragen der interessierten Kollegen auch weiter durchziehen müssen.

Im Bewerbungsgespräch müssen Sie sich so wie bei einer externen Bewerbung präsentieren und gut verkaufen. Weisen Sie auf Ihre Erfahrungswerte hin, und erklären Sie schlüssig, warum Sie sich verändern wollen. Auch sollten Sie das Gehalt thematisieren. Bei internen Bewerbungen ist es leider oft so, dass Sie gehaltstechnisch auf der gleichen Stufe bleiben, wie in Ihrer alten Position. Versuchen Sie dennoch, etwa wenn Sie auch Führungsverantwortung neu dazu bekommen, eine neue Gehaltsstufe zu verhandeln. Andernfalls kann auch vereinbart werden, dass nach einem Jahr ein Gehaltssprung erfolgen wird. Das aber jedenfalls schriftlich dokumentieren, sonst haben Sie ein Nachweisproblem.

Wenn eine Absage kommt…
Nehmen Sie es nicht persönlich, manchmal scheitert es an Kleinigkeiten. Wenn Ihre Bewerbung wirklich diskret behandelt wurde, weiß niemand von Ihrem Vorhaben, und Sie können ganz normal weiterarbeiten wie bisher. Ist Ihnen selbst die Situation unangenehm, weil Sie beispielsweise mit dem Vorgesetzten der Wunschposition immer wieder zusammenarbeiten müssen, gibt es zwei Möglichkeiten: Erstens: Die Zeit heilt alle Wunden, und der Eindruck wird verblassen. Zweitens: Sehen Sie sich auch extern oder in anderen Abteilungen Ihres Unternehmens um – es wird sich definitiv eine Chance ergeben.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele