"Stoppt Wahnsinn"

UN-Klimakonferenz von Taifun "Haiyan" überschattet

Ausland
11.11.2013 15:43
Unter dem Eindruck des verheerenden Taifuns "Haiyan" auf den Philippinen hat am Montag in Warschau die 19. UN-Klimakonferenz begonnen. UNO-Klimasekretärin Christiana Figueres sagte zum Auftakt des zwölftägigen Treffens, der Rekordsturm sei eine der "vielen ernüchternden Realitäten" infolge der Erderwärmung. Die philippinische Delegationsleiterin Alicia Ilaga rief die Teilnehmer aus mehr als 190 Ländern in einer emotionalen Rede dazu auf, endlich zu handeln, um den Klimawandel einzudämmen.

Ein Delegationskollege appellierte an die internationale Gemeinschaft, den "Wahnsinn" zu stoppen. Naderev Sano (links im Bild) kündigte unter Tränen an, solange zu fasten, bis die Klimakonferenz eine bedeutsame Vereinbarung erzielt habe.

"Mein Land weigert sich hinzunehmen, dass eine 30. oder 40. Klimakonferenz nötig sein soll, um das Problem des Klimawandels zu lösen", sagte Sano. "Wir weigern uns, zu akzeptieren, dass unser Leben darin bestehen soll, vor Monsterstürmen zu fliehen, unsere Familien in Sicherheit zu bringen, Zerstörung und Not zu erleiden und unsere Toten zählen zu müssen." "Haiyan" hatte am Wochenende nach vorläufigen Behördenschätzungen mehr als 10.000 Menschen in den Tod gerissen.

"Wir werden alle gewinnen oder alle verlieren"
UN-Klimasekretärin Figueres sah die "zerstörerische Wirkung des Taifuns" als weitere Warnung an die Staatengemeinschaft. Nun müsse allen klar werden, dass es bei der Klimaschutzpolitik um die Zukunft der Menschheit gehe. "Wir werden alle gewinnen oder alle verlieren", warnte Figueres.

Klimaforscher sehen einen Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und der Zunahme extremer Wetterphänomene. Die Erwärmung der Weltmeere begünstige die Wirbelstürme, erläuterte Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Daher seien "stärkere Stürme in Zukunft zu erwarten".

Die Weltgemeinschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Die bisherigen konkreten Zusagen und Maßnahmen zur Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes reichen dazu aber nicht aus. Der Weltklimarat warnt daher in seinem neuesten Bericht, im schlimmsten Fall könne die Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um knapp fünf Grad steigen.

Zwischenschritte auf Weg zu verbindlichem Abkommen
Von der Konferenz in Warschau werden keine wesentlichen Durchbrüche erwartet. Es sollen aber weitere Fragen auf dem Weg zu einem verbindlichen globalen Klimaschutzabkommen geklärt werden, das bis Ende 2015 ausgehandelt werden und 2020 in Kraft treten soll.

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