Nach Zugunglück

Spanien: Justiz ermittelt nur noch gegen Lokführer

Ausland
05.11.2013 15:28
Dreieinhalb Monate nach dem Zugunglück im spanischen Santiago de Compostela mit 79 Toten sieht die Justiz die staatliche Bahngesellschaft entlastet und ermittelt nur noch gegen den Lokführer (Bild). Das Landgericht von La Coruna hob am Dienstag die Entscheidung eines Ermittlungsrichters auf, der auch führende Angestellte des Bahnunternehmens Adif zu Beschuldigten erklärt hatte.

Nach Ansicht des Gerichts gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Adif-Verantwortlichen gegen die Vorschriften verstoßen hätten. Gegen die Bahnchefs war zuvor ermittelt worden, weil nach Ansicht des Untersuchungsrichters die Sicherheitsvorkehrungen in der Kurve und die Ausschilderung des Tempolimits unzureichend gewesen seien. Adif verwaltet das Schienennetz. Gegen die ebenfalls staatliche Bahngesellschaft Renfe, die den Zugverkehr betreibt, wurden keine Ermittlungen aufgenommen.

Mit 192 km/h in Kurve eingebogen
Damit ist Francisco Jose Garzon der einzige Beschuldigte, gegen den die Justiz ermittelt. Er war am 24. Juli mit einem Hochgeschwindigkeitszug bei Santiago de Compostela mit 192 km/h in eine Kurve eingebogen, in der nur Tempo 80 zugelassen war. Zum Zeitpunkt der Entgleisung fuhr der Passagierzug trotz eingeleiteter Bremsung immer noch mit 153 km/h. Beim Unglück starben 79 Menschen, 150 weitere wurden verletzt.

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