Griechenland-Chaos

Nach Morden ist nun "Strenge vom Staat gefordert"

Ausland
05.11.2013 10:01
Nach der Ermordung von zwei Mitgliedern der griechischen Neonazi-Partei Goldene Morgenröte hat Premier Antonis Samaras der politischen Gewalt einen "unerbittlichen" Kampf angesagt. "Wir werden nicht dulden, dass die Demokratie der kriminellen Gewalt unterliegt", sagte Samaras am Montagabend im Fernsehsender Mega. "Strenge vom Staat und ein Geist der Einheit sind gefordert", so Samaras, der die "gnadenlose Verfolgung" der Täter ankündigte.

Den Doppelmord an den Mitgliedern der rechtsextremen Goldenen Morgenröte verglich der konservative Regierungschef mit dem Anzünden eines Streichholzes in einem Pulverfass - angesichts zahlreicher anderer Feuer, mit denen Griechenland derzeit konfrontiert sei.

Zwei Unbekannte waren am Freitagabend mit einem Motorrad vor ein Büro der Goldenen Morgenröte in einem Athener Vorort gefahren. Einer von ihnen feuerte auf die Menschen vor dem Eingang. Dabei wurden nach Polizeiangaben zwei Männer im Alter von 22 und 27 Jahren getötet. Einem Sprecher der Goldenen Morgenröte zufolge waren beide Opfer Parteimitglieder. Ein dritter Parteianhänger wurde schwer verletzt.

Hinweise auf "extremistische Gruppen"
Zu dem Anschlag bekannte sich bisher niemand. Aus Ermittlerkreisen verlautete, es gebe Hinweise auf "extremistische Gruppen", die sich in der Vergangenheit zu Anschlägen auf Politiker, Polizisten, Banken oder Medien bekannt hatten. Die Morde kommen zu einer Zeit, da die Stimmung in Griechenland ohnehin bereits angespannt ist, nachdem vor sechs Wochen ein Mitglied der Goldenen Morgenröte einen Musiker der linken Szene vor einem Lokal erstach.

Der Parteivorsitzende Nikos Michaloliakos und zwei weitere Abgeordnete der Goldenen Morgenröte warten derzeit im Gefängnis auf ihren Prozess. Gerichtsunterlagen zufolge ist die Partei in zwei Morde und drei Mordversuche verwickelt. Mit 18 Abgeordneten ist die Goldene Morgenröte viertstärkste Kraft im Parlament nach Samaras' konservativer Nea Dimokratia und ihrem Regierungspartner, der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung. Mit 71 Abgeordneten ist zudem auch die linke Sammelbewegung Syriza noch vor den Rechtsradikalen.

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