30.10.2013 14:17 |

Terror-Komödie

"Vive la France": Wir sprengen den Eiffelturm!

Als PR-Aktion für ihr weitgehend unbekanntes Land werden in der Culture-Clash-Komödie "Vive la France" (Kinostart: 31. Oktober) zwei naive Ziegenhirten damit beauftragt, den Eiffelturm in die Luft zu sprengen. Die sympathischen Landeier lernen in einer pannenreichen Odyssee die Tücken, aber auch die Freuden des fremden Landes kennen, wobei Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Michael Youn auf überzeichnete Stereotypen seines Heimatlandes Frankreich setzt.

Um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich zu lenken, greift der Diktator des fiktiven zentralasiatischen Kleinstaates Taboulistan zu drastischen Maßnahmen und schickt die im Crashkurs zu Terroristen ausgebildeten Dorfbewohner Muzafar (José Garcia) und Feruz (Michael Youn) zwecks Sprengung des Eiffelturms nach Frankreich.

Eine unfreiwillige Landung in Korsika ist der Auftakt einer chaotischen Irrfahrt mit dem Ziel Paris, in deren Verlauf die beiden Pechvögel auf korsische Terroristen, gewalttätige Demonstranten und Polizeibeamten mit eigenartigen Fetischen treffen. Quelle des Humors ist hauptsächlich, wie in Sacha Cohens "Borat", die Konfrontation vermeintlicher Traditionen mit der westlichen Lebenswirklichkeit, in der es etwa zum großen Erstaunen der zwei Hauptfiguren nicht erlaubt ist, Frauen zu schlagen.

Passenderweise ist es eine emanzipierte Frau, die engagierte Journalistin Marianne (Isabelle Funaro), die den Terroristen in spe hilft: Sie kutschiert sie durch Frankreich und macht sie mit den kulinarischen, alkoholischen und erotischen Genüssen des Landes bekannt. Die schöne, lebenslustige Marianne entspricht den stereotypen Vorstellung vom Land und seiner Frauen, was in Kombination mit den an touristische Werbefilme erinnernde Landschaftsaufnahmen eine amüsante Persiflage der Frankreichklischees ergibt. Auf die beiden sowieso nur mäßig von ihrer Mission überzeugten Terroristen übt "la France" jedenfalls einen Zauber aus, der auf ein gutes Ende für den Eiffelturm hoffen lässt.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Fans des bombig-subversiven Humors im Stil eines Sacha Baron Cohen werden wohl den einen oder anderen Mundwinkel heben. Dennoch zünden die sexistischen Gags nicht wirklich. Und dass nach 9/11 eine latente Terrorangst wie unsichtbares Gift über den Metropolen unserer Welt liegt, negiert der tiefgelegte Slapstick-Ulk à la francaise völlig. Sprengstoffgürtel haben nun mal kein Lachschlagerpotential.

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