In der Nacht auf den 14. September 2012 war dem Arbeiter in der U-Bahn eine junge Frau aufgefallen, die er verfolgte, als diese in der Station Spittelau ausstieg. Die 23-Jährige befand sich auf dem Heimweg von der Universität, wo sie bis spät in die Nacht hinein gelernt hatte.
Bevor sie in eine Straßenbahn einsteigen und ihren Weg fortsetzen konnte, packte sie der Mann von hinten, hielt ihr den Mund zu und zerrte sie auf der Heiligenstädter Straße in einen Hauseingang. Er gab vor, eine Waffe bei sich zu tragen und verlangte das Handy und das Bargeld der eingeschüchterten Frau.
Nachdem sie ihm 100 Euro sowie das Mobiltelefon übergeben hatte, forderte der 28-Jährige sie laut Anklage mit den Worten "Du kannst doch noch eines für mich tun" auf, sich auszuziehen und hinzuknien. Dann musste die Frau ihren Kopf auf den Boden legen. Anschließend verging sich der Täter an ihr. Nach dem ersten Mal schleifte er die Studentin in den Innenhof des Hauses und fiel dort neuerlich über sie her.
Angeklagter: "Sie hat genau gemacht, was ich gesagt habe"
"Ich wollte Sex von ihr haben", gab der Angeklagte im Prozess zu Protokoll. Die Frau habe "genau gemacht, was ich gesagt habe". Als er am nächsten Tag aufwachte, sei ihm bewusst geworden, dass er "etwas Schlechtes" gemacht habe. Die Frau habe ihm leid getan, zugleich habe er "extreme Angst" gehabt.
Die Fahndung nach dem Sex-Täter blieb allerdings vorerst ohne Erfolg. Zwar hatte der Mann Sperma-Spuren hinterlassen, doch in der DNA-Datenbank fand sich kein Profil mit den Merkmalen des Gesuchten. Dieser war bis dahin nicht als Sexualverbrecher in Erscheinung getreten.
In Favoriten Disco-Besucherin attackiert und missbraucht
Am frühen Morgen des 4. Mai 2013 attackierte der 28-Jährige dann in der Nähe einer Diskothek in Favoriten eine 35 Jahre alte Frau, die das Lokal verlassen hatte, um sich an einem Bankomaten auf der Himberger Straße Bargeld für die Heimfahrt mit dem Taxi zu besorgen.
Er habe wieder Alkohol und Kokain intus gehabt, erklärte er dem Gericht: "Ich bin wie eine ausgewechselte Person, wenn ich diese Dinge nehme." Er habe "wieder die Grenze verlassen", die Frau hinter ein Auto gezerrt und "zum Runterziehen der Hose" aufgefordert: "Dann habe ich mit ihr geschlafen." Die Frau sei "hundertprozentig sehr stark verängstigt gewesen".
Nachdem er sich befriedigt und der 35-Jährigen ihre Wertsachen abgenommen hatte, marschierte der Arbeiter in eine Disco, wo er sich schon in den vorangegangenen Stunden mit zwei Freunden vergnügt hatte. "Ich wollte mehr Spaß haben", ließ er das Gericht wissen.
Seine Rückkehr in die Disco wurde dem Mann jedoch zum Verhängnis: So wurde im Zuge der Ermittlungen auch Filmmaterial einer Überwachungskamera vor dem Lokal unter die Lupe genommen. Darauf war der 28-Jährige zu sehen, als er unmittelbar nach der 35-Jährigen die Disco verlassen hatte. Als er zurückkam, hielt die Kamera fest, dass er am Reißverschluss seiner Hose herumhantierte.
Verteidiger: "Er will büßen und nimmt die Strafe an"
Am 7. Mai klickten für den Mann dann die Handschellen. "Er will büßen und nimmt die Strafe an", erklärte Verteidiger Rudolf Mayer nach der Urteilsverkündung. Neben der Haftstrafe wurde der 28-Jährige zudem zu einer finanziellen Wiedergutmachung verpflichtet. Beide Frauen erhalten jeweils 3.000 Euro für die erlittenen physischen und psychischen Schmerzen. Staatsanwältin Andrea Kain war mit der verhängten Sanktion ebenfalls einverstanden. Das Urteil ist daher rechtskräftig.












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