18.10.2013 13:23 |

"Extreme Ansichten"

Junger Norweger laut BBC unter Nairobi-Attentätern

An dem Angriff auf ein Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi, bei dem im September 67 Menschen getötet wurden, soll nach Informationen der BBC ein Norweger beteiligt gewesen sein. Der 23-jährige Hassan Abdi Dhuhulow sei in Somalia geboren worden und habe seit 1999 in Norwegen gelebt, berichtete die britische Rundfunkgesellschaft am Freitag. Er habe laut einem früheren Nachbarn "das Leben in Norwegen nicht geliebt".

Bereits am 10. Oktober hatte der norwegische Geheimdienst PST erklärt, möglicherweise habe sich ein norwegischer Staatsbürger an dem Anschlag von Nairobi beteiligt. Nun berichtete die BBC, Dhuhulow werde von der norwegischen Polizei als einer der mutmaßlichen Attentäter angesehen. Weder die Familie des jungen Mannes noch der norwegische Geheimdienst äußerten sich bislang zu dem Medienbericht.

Nachbar: "Vertrat extreme Ansichten"
Die Informationen der BBC beruhen auch auf Aussagen von Einwohnern der norwegischen Stadt Larvik, 120 Kilometer südlich von Oslo, die den 23-Jährigen kannten. Dhuhulow habe "extreme Ansichten" vertreten und "das Leben in Norwegen nicht geliebt", sagte einer seiner früheren Nachbarn, Morten Henriksen. Der gebürtige Somalier habe sich in "Streitereien" und "Rangeleien" verstrickt, sein Vater habe sich "Sorgen gemacht".

Der US-Nachrichtensender CNN berichtete indes am Freitag, norwegische Ermittler würden derzeit in Kenia eine mögliche Verbindung Dhuhulows zu Mohamed Abdikadar alias Ikrima prüfen. Der Kenianer mit somalischen Wurzeln gilt als einer der führenden Köpfe der islamistischen Al-Shabaab-Miliz, die sich zu dem Angriff auf das Einkaufszentrum bekannte. Ikrima wird verdächtigt, Anschläge auf westliche Ziele vorbereitet haben.

Zahl und Identität der Angreifer weiter unklar
Die kenianische Polizei hatte in den vergangenen Wochen vier Namen mutmaßlicher Attentäter veröffentlicht - unter denen sich der Name Dhuhulow jedoch nicht findet. Allerdings dürfte es sich bei den genannten Namen um Pseudonyme handeln, wie sie von islamistischen Attentätern häufig verwendet werden.

Bei dem Angriff und der anschließenden 80-stündigen Belagerung waren in der Westgate Shopping Mall in Nairobi Ende September mindestens 67 Menschen ums Leben gekommen, rund 20 weitere gelten noch immer als vermisst. Sprachen die Sicherheitskräfte ursprünglich von bis zu 15 Angreifern, war später von vier bis sechs Extremisten die Rede.

Das Schicksal der Täter ist noch ungeklärt, ihre Leichen werden unter den Trümmern des Einkaufszentrums, das zum Teil einstürzte, vermutet. Erst am Donnerstag wurden wieder zwei Leichen geborgen - neben ihnen fanden die Ermittler AK-47-Sturmgewehre.

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