17.10.2013 14:10 |

600-Kilo-Brocken

Teil des Tscheljabinsk-Meteoriten aus See geborgen

Fast auf den Tag genau acht Monate nach der Explosion eines Meteoriten über der russischen Stadt Tscheljabinsk haben Taucher am Mittwoch einen rund 600 Kilogramm schweren Überrest des Himmelskörpers aus einem See nahe der Stadt am Ural geborgen.

Die Bergung aus dem Tschebarkul-See rund 1.500 Kilometer östlich von Moskau sei "extrem kompliziert" gewesen, sagte der Leiter der Mission, Maxim Schipulin in Tscheljabinski. "Der Klumpen lag in fast 20 Meter Tiefe und war in dem trüben Wasser kaum zu sehen." Forscher hatten die genaue Lage des Bruchstücks vor dem Tauchgang mit Sonargeräten geortet.

Weiter Fragmente im Boden des Sees
Der eineinhalb Meter große Brocken sei so schwer, dass sogar eine Spezialwaage an Land nicht ausgereicht habe, sagte Schipulin. Weitere Fragmente des Meteoriten, die vermutlich in einer rund drei Meter dicken Schlammschicht am Boden des Sees stecken, sollen vorerst nicht geborgen werden, hieß es.

Der mächtige Brocken sei vermutlich "eins der zehn größten Fragmente eines Himmelskörpers, das weltweit gefunden wurde", sagte der Forscher Sergej Samosdra am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge.

7.000 Gebäude beschädigt, 1.500 Verletzte
Als der Meteorit am 15. Februar diese Jahres über der mehr als eine Million Einwohner zählenden Stadt Tscheljabinsk und der gleichnamigen Region mit einem grellen Blitz und einer Druckwelle explodierte, barsten unter anderem zahlreiche Fensterscheiben. Rund 7.000 Gebäude wurden beschädigt und etwa 1.500 Menschen verletzt.

Die Explosion gilt als einer der einschneidendsten kosmischen Vorfälle in Russland seit dem Tunguska-Ereignis anno 1908. Damals wurde Sibirien von einer heftigen Explosion erschüttert, die Forscher auf einen Asteroiden oder Kometen zurückführten. NASA-Experten gehen davon aus, dass die in der Atmosphäre über Tscheljabinsk freigesetzte Energie der Explosion etwa 30 Mal höher war als die Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima.

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