07.10.2013 15:25 |

Schon knapp 200 Tote

Lampedusa: Erneut Dutzende Leichen geborgen

Nach der Flüchtlingskatastrophe vor der italienischen Insel Lampedusa haben Taucher am Sonntag und Montag Dutzende weitere Tote geborgen. Wie die Küstenwache mitteilte, wurden die Leichen von 102 ertrunkenen afrikanischen Bootsflüchtlingen an die Wasseroberfläche gebracht. Damit wurden bisher 213 Menschen tot geborgen. Mehr als 100 Personen werden weiter vermisst.

Hoher Seegang und starker Wind behinderten am Sonntag und Montag die Arbeit der rund 40 Bergungstaucher. Das Schiffswrack liegt in etwa 40 Metern Tiefe.

Das Boot mit etwa 500 Flüchtlingen aus Eritrea und Somalia war am Donnerstag vor der sizilianischen Küste gesunken. 155 Afrikaner konnten gerettet werden. Die Überlebenden müssen mit Strafanzeigen und einer Geldstrafe in Höhe von 5.000 Euro rechnen. Die Flüchtlinge berichteten nach ihrer Rettung, sie hätten an ihre Schlepper Tausende Dollar für die Reise durch die Sahara und über das Mittelmeer bezahlt.

EU-Innenminister beraten über Rechtsänderungen
Unter dem Eindruck der Katastrophe hat Italien die Europäische Union um mehr Hilfe gebeten. In mehreren Ländern der Union entbrannte eine Diskussion über eine neue EU-Flüchtlingspolitik.

Die für Grundrechte zuständige EU-Justizkommissarin Viviane Reding kündigte am Montag eine erste Diskussion über Gesetzesänderungen in der Union an. Die EU-Innenminister würden demnach am Dienstag beraten, "welches EU-Recht geändert werden muss und welche Solidarsysteme aufgebaut werden müssen, damit Menschen, die nach Europa kommen, auch laut Gesetz ordentlich behandelt werden".