08.11.2005 20:20 |

Bis das Blut gefriert

The Suffering - Ties that bind

Schreckliche Visionen und grauenerregende Abscheulichkeiten, die das Blut in den Adern gefrieren lassen. Kurzum: Ein wahrer Albtraum. Genau diesen Eindruck vermittelt "The Suffering - Ties that bind". Wer sich diesem Trip durch die Abgründe der menschlichen Seele stellen möchte, der wird mit Midways Horror-Action bestens bedient.

Es gibt Spiele, die sollte man nicht alleine im dunklen Kämmerlein spielen. "The Suffering", der Vorgänger zum jetzigen "The Suffering - Ties that bind", stellte dies bereits eindrucksvoll unter Beweis. Im Sequel haben die Macher noch einmal eine ordentliche Portion Horror und Schockmomente hinzugepackt. Am eigentlichen Gameplay und Setting hat sich jedoch nur wenig geändert.

Gespielt wird immer noch mit Torque, einem Knastbruder, dessen dunkle Vergangenheit es zu beleuchten gilt. Eigentlich hatte sich Torque gerade von den Schrecken des ersten Teils erholt, doch die fiesen Höllenkreaturen wollen ihn nicht zur Ruhe kommen lassen und treiben nun in Torques Heimatstadt Baltimore ihr Unwesen.

Der Spieler hat sich daher nicht mehr, wie im ersten Teil, in der beklemmenden Atmosphäre einer Strafanstalt zu bewegen, sondern darf wesentlich öfter an die frische Luft. Die Straßen Baltimores wirken dadurch jedoch nicht weniger bedrohlich: Neben den altbekannten Monstern, die so einladende Namen wie "Schlächter" oder "Vielfraß" tragen, muss der Held sich diesmal auch mit Gesindel von der Straße auseinandersetzen.

Doppelte Feuerkraft
Torque hat wieder ein beträchtliches Arsenal an ihm zur Verfügung stehenden Waffen, wie Baseballschläger, Pistole oder Schrotflinte. Zudem stehen ihm diverse Granaten oder Molotov-Cocktails zur Verfügung. Im Vergleich zum ersten Teil ist Torque jedoch kein Packesel mehr und kann daher immer nur zwei Paar Waffen mit sich führen. Paar deshalb, da Torque nun mit zwei Feuerwaffen gleichzeitig schießen kann. Auch die so lebensnotwendigen Medikamente lassen sich nicht mehr sammeln, wodurch der Schwierigkeitsgrad angehoben wird.

Gewissenskonflikt
Eine weitere, wenn nicht sogar die wichtigste Neuerung ist, dass der Spieler frei zwischen einer Ego- und einer 3rd-Person-Perspektive wechseln kann. Gerade in der Draufsicht sorgt die Kamera nämlich gerne für Probleme, zudem werden Ziele leichter verfehlt. Wie im ersten Teil kann Torque von Zeit zu Zeit in Raserei verfallen und sich in ein Monster verwandeln. Der Spieler muss sich entscheiden: Bin ich lieber gut oder böse? Jede moralische Entscheidung wirkt sich auf den weiteren Spielverlauf aus.

Beängstigendstes Spiel seiner Zunft
Grafisch ist "The Suffering - The ties that bind" seinem Vorgänger zwar überlegen, aber immer noch nicht in der Oberklasse anzusiedeln. Dennoch ist das Game mit seinen Kreaturen und Visionen, die jederzeit schockartig über Torque hereinbrechen, so ziemlich das beängstigendste Spiel seiner Zunft. Grafik und Sound sowie eine ausgeklügelte Geschichte sorgen für eine packende Atmosphäre und perfektes Gruseln.

Fazit: "The Suffering - Ties that bind" bietet auf weite Strecken die selbe Kost wie der Vorgänger. Viele Monster und Designs sind bereits bekannt. In punkto Wahnsinn und Schrecken macht jedoch so schnell kein anderes Spiel "The Suffering" etwas vor. Fans des ersten Teils freuen sich über eine Fortsetzung der Geschichte und können bedenkenlos zugreifen. Neueinsteiger könnten mit der Hintergrundgeschichte so ihre Probleme haben, dürfen sich aber über jede Menge blutige Horror-Action mit Schockeffekten freuen.

Platform: PS2 (getestet), Xbox, PC
Publisher: Midway
Krone.at-Wertung: 88%

von Sebastian Räuchle

Sonntag, 20. Juni 2021
Wetter Symbol