Reflektiert Licht

Erstmals Wolken-Atlas eines Exoplaneten erstellt

Wissenschaft
03.10.2013 10:25
Mithilfe der Weltraumobservatorien "Kepler" und "Spitzer" ist es Astronomen erstmals gelungen, eine Wolkenkarte eines Exoplaneten zu erstellen. Im Westen des Planeten Kepler 7b hätten sie Wolken in der oberen Atmosphäre gefunden, im Osten sei der Himmel klar, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Astrophysical Journal Letters".

Kepler 7b ist einer der ersten von 150 Exoplaneten, die vom Teleskop "Kepler" (Bild unten) entdeckt wurden. Er kreist um einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Leier und ist rund 1.000 Lichtjahre von unserer Erde entfernt. Weil der Exoplanet (Bild eins zeigt eine künstlerische Illustration), der rund eineinhalb Mal so groß ist wie der Jupiter (auf Bild eins rechts), in nur rund neun Millionen Kilometern Entfernung um sein Zentralgestirn (auf Bild zwei im Hintergrund zu sehen) kreist, ist er rund 800 bis 1.000 Grad Celsius heiß.

Eine Eigenschaft macht Kepler 7b für die Astronomen besonders interessant: Er besitzt eine Atmosphäre, die das Licht seines Sterns außergewöhnlich stark reflektiert – nämlich um rund 50 Prozent, wie eine internationale Forschungsgruppe zeigen konnte. Grund dafür sind lichtreflektierende Wolken, von denen der Exoplanet umgeben ist.

Aus Teleskop-Daten Wolken-Karte erstellt
Mithilfe von "Kepler" und "Spitzer" (das die Temperaturen maß) haben die Forscher das von besagten Wolken reflektierte Licht erstmals in verschiedenen Phasen der Umlaufbahn von Kepler 7b um seinen Stern gemessen und aus den so gewonnenen Daten quasi eine Wolken-Karte erstellt. Das sei ein wichtiger Fortschritt, um mehr über den Einfluss von Wolken auf die Atmosphären von Exoplaneten zu erfahren, so die Wissenschaftler.

Die über einen Zeitraum von drei Jahren erstellte und zurzeit noch niedrig auflösende Karte zeige erstmals die Wolkenstruktur eines Exoplaneten. Diese zeichne sich durch Höhenwolken im Westen und wolkenfreie Himmel im Osten aus, berichten die Astronomen. Sie konnten aus den zur Erde gefunkten Daten zudem ableiten, wie groß die Partikel sind, aus denen die Wolken bestehen – was wiederum Rückschlüsse erlaubt über die Menge Licht, welche die Wolken reflektieren oder absorbieren. "Mit zunehmenden Kenntnissen über die Wolken und die Atmosphären von Exoplaneten können wir eines Tages auch herausfinden, ob einige dieser Himmelskörper lebensfreundlich sind", so die Forscher.

"Beeindruckend stabiles Klima"
"Kepler-7b reflektiert deutlich mehr Licht als die meisten Gasriesen, in deren oberen Atmosphärenschichten wir bislang Wolken nachweisen konnten", sagt der "Kepler"-Wissenschaftler Thomas Barclay vom AMES Research Center der US-Weltraumbehörde NASA. "Im Gegensatz jedoch zu irdischen Wolkenmustern, scheint sich die Verteilung der Wolken auf Kepler-7b kaum zu verändern. Er hat ein beeindruckend stabiles Klima."

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