In Wien-Ottakring grassieren die Masern! Innerhalb weniger Tage suchten drei erkrankte Kinder und Jugendliche dieselbe Arztpraxis auf. Besonders schockierend: Ein zehnjähriger Bub, der bereits unter Absonderung stand, erschien unangekündigt in der Praxis – er war mit der Straßenbahn hingegondelt ...
Die Gesundheitsexperten der Stadt sind in heller Aufregung. Das Masernvirus breitet sich im schulischen Bereich und darüber hinaus in Windeseile aus. Ein Bursch, dessen Schulklasse bereits von Masern betroffen war und der aus diesem Grund seine Wohnung gar nicht hätte verlassen dürfen, fuhr mit der Straßenbahn zur Ordination.
Dort angekommen, könnte er drei Babys angesteckt haben, die sich zeitgleich im Wartezimmer befanden. Diese Säuglinge mussten laut „Wien Heute“ umgehend ins Krankenhaus eingeliefert und mit sogenannten Immunglobulinen behandelt werden.
Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit
Masern sind hoch ansteckend und werden durch Sprechen, Husten oder Niesen übertragen – sogar schon vier Tage vor Auftreten der ersten Symptome. Die Krankheit kann schwerwiegende Komplikationen verursachen: Jedes fünfte erkrankte Kind leidet unter Folgeproblemen, und bei einem von 1000 Erkrankten kann es sogar zu einer lebensbedrohlichen Gehirnhautentzündung kommen. Besonders gefährdet sind – wie leider schon passiert – ungeimpfte Säuglinge.
Um Masern-Ausbrüche zu verhindern, ist eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent notwendig. Doch Wien hinkt diesem Ziel hinterher. Experten appellieren dringend an die Bevölkerung, den eigenen Impfschutz zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen. Die Masernimpfung ist seit den 1960er-Jahren verfügbar, millionenfach erprobt und gilt als sicher und effektiv.
Warnungen der Ärzte werden immer lauter
Der jüngste Vorfall in Ottakring zeigt nun eindringlich, wie wichtig der Impfschutz ist – nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Schwächsten unserer Gesellschaft. „Lassen wir nicht zu, dass leichtfertiges Verhalten die Gesundheit Unschuldiger aufs Spiel setzt“, so ein Mediziner zur „Krone“.
Insgesamt gibt es heuer in Wien bereits 15 bestätigte Masernfälle.
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