Tödlicher Unfall

Strenge Regeln für Gondolieri in Venedig geplant

Ausland
28.08.2013 11:49
Ein tödlicher Unfall in Venedig, bei dem vor Kurzem ein deutscher Tourist getötet wurde, soll schon bald zu verschärften Sicherheitsvorkehrungen auf dem Wasser führen: Die Stadt plant die eilige Einführung neuer Regeln, nach denen Gondeln unter anderem den berühmten Canale Grande nicht mehr zu Stoßzeiten befahren dürfen. Doch nicht nur Gondolieri und Touristen müssen sich an neue Vorschriften gewöhnen.

Zu dem Unfall am 17. August war es gekommen, als der 50-jährige Deutsche mit Frau und Kindern einen Ausflug auf dem Canale Grande unternahm. Die Gondel der Touristen kollidierte in der Nähe der Rialtobrücke mit einem Vaporetto, einem Wassertaxi. Der Vater warf sich schützend vor seine dreijährige Tochter, dabei wurde er erdrückt.

Gondolieri mit Drogenproblem
Der Vorfall ist der tragischste einer ganzen Reihe gefährlicher Vorfälle auf den Wasserstraßen Venedigs. So wurde den Gondolieri etwa erst Anfang Juli mit Alkohol- und Drogentests gedroht, nachdem ein junger Anwärter beim Bewerbungsgespräch zum Nacktbaden gezwungen worden war. Auch der in den tödlichen Unfall involvierte Gondoliere wurde positiv auf Kokain und Haschisch getestet, so die Polizei.

Wasserstraßen völlig überfüllt
Doch die Probleme reichen über die ikonischen Gondelfahrer hinaus: Zum Zeitpunkt des Unfalls waren laut Behörden bei dichtem Fährverkehr vier Wasserbusse dabei, unweit der berühmten Rialtobrücke an- oder abzulegen. Schon davor soll es immer wieder zu gefährlich nahen Begegnungen der Gondeln mit anderen Gefährten - darunter rasende Speedboote - gekommen sein, der Canale Grande gilt als hoffnungslos überfüllt.

Fahrverbot zu Stoßzeiten
Damit soll nun Schluss sein, geht es nach den venezianischen Behörden. Sie planen, so schnell wie möglich neue Regeln einzuführen: So sind etwa ein Handyverbot für aktive Gondolieri sowie Alkohol- und Drogentests geplant. Gondeln sollen zudem nur noch außerhalb der Stoßzeiten auf dem Canale Grande unterwegs sein dürfen, morgens wäre ein Fahrverbot in Kraft. Aber auch die Fahrten von Mülltaxis und Frachtern sollen auf bestimmte Uhrzeiten beschränkt werden.

Bürgermeister verlangt "ein wenig Disziplin"
Daneben sollen die Wasserstraßen an sich sicherer gemacht werden, etwa indem enge Passagen durch die Entfernung kleiner Docks erweitert werden, kündigte Venedigs Bürgermeister Giorgio Orsini an. All die Änderungen würden den Bürgern zwar "einige Opfer" abverlangen, so Orsini, doch der Canale Grande sei als Hauptstraße zu betrachten - und die brauche eben "ein wenig Disziplin".

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