Immer mehr Österreicherinnen und Österreicher setzen auf private Pensionsvorsorge, zum Beispiel in Form von Wertpapieren. Das zeigt jetzt eine „Aktienbarometer“-Umfrage. Das staatliche Pensionssystem stehe wegen der Kosten zunehmend in der Kritik, sagte die Industriellenvereinigung (IV).
Sie hatte die Umfrage beim Hajek-Institut gemeinsam mit dem Aktienforum und der Wiener Börse in Auftrag gegeben. Demnach investiert fast jede dritte Österreicherin und jeder dritte Österreicher in Aktien, Anleihen, Investmentfonds und ETFs. Das zeige, dass langfristiger Vermögensaufbau in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei.
Noch mehr Befragte – ungefähr sechs von zehn (57 Prozent) – haben eine private Pensionsvorsorge. Weitere 1,4 Millionen Menschen haben der Umfrage nach Interesse, Wertpapiere zu erwerben. „Unser Wirtschaftsstandort steht vor großen Herausforderungen – unser Sozialsystem wird stetig teurer, und unser Staatshaushalt ist unter massivem Druck. Ein starker Kapitalmarkt ist essenziell – nicht nur für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes, sondern auch für die Absicherung unseres Sozialsystems und damit für unseren Wohlstand“, sagte IV-Präsident Georg Knill.
Kapitalgedeckte Pensionspläne in anderen Ländern
Die IV lenkt den Blick in diesem Zusammenhang auf die Pensionssysteme in anderen Ländern, wie in den Niederlanden und Dänemark. „Dort stecken über 200 Prozent des BIP in kapitalgedeckten Pensionsplänen. Österreichs Wert ist mit nicht einmal sieben Prozent verschwindend gering“, sagte Aktienforum-Präsidentin Angelika Sommer-Hemetsberger. Österreichs Regierung müsse derzeit einen weit höheren Anteil der Wirtschaftsleistung für die öffentliche Pension aufwenden.
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