Unter dem Einfluss einer schweren paranoiden Schizophrenie attackierte eine junge Wienerin ein Familienmitglied. Vor den Geschworenen erkennt sie nun endlich, dass sie krank ist und Hilfe benötigt. Sie entscheiden, dass sie ihre Therapie auf freiem Fuß absolvieren kann.
Noch kleiner und zierlicher, als sie sowieso schon ist, wirkt die Betroffene neben dem Justizwachebeamten und ihrem Verteidiger Philipp Winkler. Mit verängstigtem Blick wird sie in den Verhandlungssaal im Wiener Landesgericht gebracht. Ihr Auftreten lässt nicht vermuten, was am 7. Oktober 2024 passiert war: Mit einem Küchenmesser stach sie mehrmals auf ihre eigene Tante ein.
29-Jährige habe sich nur verteidigt
Nicht aber aus Boshaftigkeit oder Mordlust – ein psychiatrisches Gutachten attestiert der jungen Frau eine schwere paranoide Schizophrenie. Sie habe sich am Tattag eingebildet, ihre Tante würde sie angreifen wollen. Aus ihrer eigenen Sicht habe sich die 29-Jährige nur verteidigt. Und das Opfer zum Glück nicht lebensgefährlich verletzt.
Junge Wienerin griff auch ihre Mutter an
Der Messerangriff war auch nicht der Erste in der Familie. Einige Tage davor soll die junge Frau auch auf ihre Mutter losgegangen sein. Nur deswegen wohnte die Mandantin von Verteidiger Philipp Winkler bei der Tante. Zur Anzeige wurde das aber nicht gebracht.
Meine Mandantin sieht jetzt ein, dass sie eine Therapie braucht. Sie wird sich an die bedingte Unterbringung halten.
Verteidiger Philipp Winkler
Dabei erhält die Betroffene in Form einer bedingten Einweisung nun die Therapie, die sie schon so lange benötigt hätte, erklärt Psychiaterin Sigrun Roßmanith. Diese kann sie auf freiem Fuß unter engmaschiger Überwachung absolvieren.
Seit ihrer Jugend würde die Wienerin an der Erkrankung leiden. Das wollte sie bis zum Prozess jedoch nicht einsehen. „Sie weiß jetzt, dass sie krank ist“, erklärt Winkler.
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