Der neue Schwarzwald-„Tatort: Die große Angst“ ist der Tiefpunkt der bisherigen Krimi-Saison (20.15 Uhr, ORF 2). Die Handlung ist haarsträubend, und die Ermittler streiten sich über Unsinniges. In diesem „Krone“-„Tatort“-Protokoll wollen wir Sie davon abhalten, heute das TV-Gerät einzuschalten.
Es geht schon mit der Anfangsszene los: In einer heißen, überfüllten Gondel streiten sich die Menschen über das Öffnen des Fensters. Die schwangere Nina (Pina Bergemann) hat plötzlich einen Nothammer in der Hand, ein anderer Fahrgast bricht tot zusammen – und niemand soll auf diesem engsten Raum den Mord mitbekommen haben. Es geht sofort weiter mit der unglaubwürdigen Handlung von „Die große Angst“: Die mutmaßliche Mörderin flüchtet ohne Probleme in hochschwangerem Zustand mit ihrem Mann Sven (Benjamin Lillie) und versteckt sich im Wald – und ein Mob von wütenden Einwohnern wird von der Polizei nicht daran gehindert, ihr Versteck zu stürmen. Wer soll so etwas glauben? Überhaupt scheinen die beiden Ermittler Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg ...
(Hans-Jochen Wagner) völlig hilf- und ahnungslos zu sein, wie sie mit der Situation umgehen sollen, streiten stattdessen über Unsinniges und entschuldigen sich im 5-Minuten-Takt wieder. Die titelgebende große Angst scheint sich auf die Furcht vor ordentlicher Figurenzeichnung und sinnvollen Dialogen zu beziehen. Regisseurin Christina Ebelt fällt dieser Schwarzwälder „Tatort“ komplett auseinander, beim Zuschauer kann weder Empathie für das Opfer noch für die Verdächtigen oder für das Ermittlerduo aufkeimen. Stattdessen wiederholen sich Besprechungsszenen der Suchmannschaften, bis man das Gefühl hat, man kennt selbst schon jeden Meter im Schwarzwald.
Nachdem auch die letzten Fälle des Schwarzwald-Duos („Letzter Ausflug Schauinsland“ oder „Ad Acta“) schon nicht sehr berauschend waren, muss man sich langsam danach sehnen, dass hier neue Kommissare folgen. Da Tobler und Berg aber erst seit 2016 gemeinsam auf Mörderjagd sind, bleibt das wohl ein Wunschdenken. Ansonsten kann man nur empfehlen: aus- oder umschalten! Dieser Krimi ist kein Primetime-Material.
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