Schutzgeld kassiert

Insasse in Grazer Gefängnis erpresste Mithäftlinge

Österreich
22.08.2013 11:36
Ein 33-jähriger Häftling der Justizanstalt Graz-Karlau, der verurteilt wurde, weil er 2010 eine Prostituierte mit Diesel übergossen und angezündet hat (siehe Infobox), soll hinter Gittern einen Erpresserring aufgezogen und Mithäftlinge terrorisiert haben. Der zu 20 Jahren verurteilte Rumäne dürfte im Gefängnis Schutzgeld eingefordert haben, erklärte Franz Hochstrasser, Leiter der Justizanstalt.

Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen vor Monaten aufgenommen, denn schon ein Jahr lang soll der Häftling Probleme machen. Der Verdächtige wurde in der Zwischenzeit samt mehreren mutmaßlichen Mittätern in eine eigene Abteilung verlegt. "Dort ist er in Einzelhaft und kann jeweils nur zwei Stunden pro Tag mit den anderen Insassen der Abteilung in Kontakt treten", berichtete Hochstrasser.

"Es fliegen immer wieder Sachen über die Mauer"
Neben Schutzgeldforderungen soll der Rumäne auch Mobiltelefone und Drogen verkauft haben, wie er zu diesen gekommen ist, sei noch nicht ganz geklärt: "Es fliegen leider immer wieder Sachen über die Mauer und Bodypacking bei Freigängern kommt auch vor", sagte der Anstaltsleiter.

40.000 Euro hinter Gittern kassiert
Der 33-jährige Verdächtige soll zusammen mit seinen Helfern rund 40.000 Euro einkassiert haben. Bereits in der Justizanstalt Stein in Niederösterreich, in der er davor saß, soll es Probleme gegeben haben. Daher wurde der Zuhälter nach Graz verlegt, erklärte Hochstrasser. Häftlinge aus der Karlau, die "massive Angst" vor dem Rumänen bekamen, wurden in die Justizanstalt Klagenfurt verlegt.

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