Der Handelsstreit zwischen der EU und den USA hat vorerst keine großen Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft. Bei Whiskey oder Motorrädern könnten die Preise leicht steigen, sagte Handelsökonom Harald Oberhofer. Ein gravierender Inflationseffekt sei aber nicht zu erwarten.
„Volkswirtschaftlich ist das, was jetzt bekannt ist, nicht so relevant, dass es spürbare Inflationseffekte erzeugen kann“. Wie berichtet hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump Zölle für Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU eingeführt. Die Europäische Union hat ihrerseits daraufhin Importzölle auf Luxus- und Konsumgüter aus den USA angekündigt.
Für Oberhofer handelt es sich dabei vor allem um „symbolträchtige Produkte, keine Exportschlager“. Daher stelle sich die Frage, ob die Importzölle tatsächlich an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben würden. Grundsätzlich seien die betroffenen Waren leicht zu umgehen, sagte der Handelsökonom. 2018 war die EU in einer sehr ähnlichen Situation, damals hatte der Motorradhersteller Harley Davidson zusätzliche Kosten.
Volkswirtschaftlich ist das, was jetzt bekannt ist, nicht so relevant, dass es spürbare Inflationseffekte erzeugen kann.
Handelsökonom Harald Oberhofer, WU/WIFO
Einigung noch möglich?
Die EU-Kommission zeigt sich für Gespräche mit dem Weißen Haus offen. Sollte es im Handelskonflikt keine Einigung geben, werde das sehr wohl „Druck auf die Preise ausüben“, sagte Oberhofer. Stark wären die Folgen, wenn die Zölle flächendeckend ausfallen und beispielsweise Sektoren wie die Automobilindustrie erfassen würden.
Die US-Stahl- und Aluminiumimporte, die seit dem heutigen Mittwoch in Kraft sind, treffen in Österreich insbesondere den Linzer Stahlkonzern voestalpine sowie den oberösterreichischen Aluminiumkonzern AMAG. Die voestalpine könne die Kosten durch die eigene Produktion in den USA großteils abfedern, sagte Oberhofer. Für amerikanische Unternehmen erhöhen sich durch die Zölle die Vorleistungspreise, die Wettbewerbsposition kann sich in weiterer Folge verschlechtern.
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