Polizei und NGOs wie WWF und BirdLife sagen den Wilderern des Landes künftig gemeinsam den Kampf an: Künftig sollen im ganzen Land Vierbeiner illegal getötete Tiere aufspüren. Im Burgenland spürten sie mit der „Krone“ gemeinsam nach Kadavern von Seeadler und Co.
Man könnte sie für Spaziergänger halten – die vier Hundeführerinnen, die samt ihren vierbeinigen Begleitern am Mittwochvormittag die Felder im Bezirk Neusiedl (Bgld.) durchstreifen. Davon, dass sie das ganz und gar nicht sind, durfte sich die „Krone“ bei einem Lokalaugenschein überzeugen. Bei den vier eingesetzten Hunden handelt es sich um sogenannte Kadaver-Spürhunde. Ihre Nasen sind speziell auf das Erschnüffeln von toten Lebewesen – seien sie auch noch so klein – ausgebildet. Einer der Hunde verfügt auch über eine Zusatzausbildung in Sachen Gift.
Osten Hotspot für Greifvogeljagd, Westen für Wolf und Luchs
Die Aufgabe der Vierbeiner: In zwei Jagdgebieten suchten sie, begleitet von den Tierschutzorganisationen WWF und BirdLife, aber auch von Experten des Bundes- und Landeskriminalamtes, nach illegal gewilderten Tieren. Im Osten Österreichs handelt es sich meist um Seeadler, Kaiseradler, Rotmilan oder Kornweihe, wie Johannes Hohenegger von BirdLife erzählt. Gerne werden jene geschützten, bedrohten Arten vom Himmel geschossen oder vergiftet. Aber auch Wolf und Luchs standen in Tirol und Kärnten im vergangenen Jahr auf so mancher Abschussliste.
Weil wir bei der Polizei leider keine speziell für Kadaver oder Gifte ausgebildete Hunde haben, sind wir sehr froh, dass wir Partner wie WWF oder BirdLife haben.
Karl Frauenberger, Referatsleiter für Umweltkriminalität im Bundeskriminalamt
Pilotprojekt von Neusiedl soll ausgeweitet werden
Nun arbeiten europaweit Polizei und NGOs zusammen, um der Wildtierkriminalität den Garaus zu machen. Eine tolle Sache, wie Chefinspektor Karl Frauenberger vom Bundeskriminalamt meint. Das Pilotprojekt in Neusiedl solle künftig wiederholt werden – auch in anderen Teilen des Landes. Es diene, so der Kriminalist, um Gifte und Kadaver gewilderter Tiere zu finden. Und den legalen Jägern, die die Aktion interessiert von der Ferne aus beobachteten, zu zeigen – „wir kümmern uns darum.“ Ebenso soll die Öffentlichkeit ermutigt werden, tote Tiere zu melden.
Schnüffler stießen auf Kadaver und Fallen
Die vier am Mittwoch in Neusiedl eingesetzten Hunde kehrten erfolgreich von ihrem Sucheinsatz zurück. Insgesamt 20 Teile von unterschiedlichen Tieren wurden aufgestöbert. Neben einigen von Hasen und Rehen, die vermutlich auf natürliche Art und Weise verendet waren, waren auch Teile eines Mäusebussards und eine Kofferfalle dabei. Ob es sich bei den Funden um das Resultat von Wilderei handelt, muss allerdings erst eine forensische Untersuchung im Labor zeigen.
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