29.07.2013 18:13 |

Zwangsabgabe

Großsparer in Zypern verlieren 47,5 Prozent

Den Großsparern der Bank of Cyprus wird fast die Hälfte ihres Guthabens genommen, um den Euro-Krisenstaat vor der Pleite zu bewahren. Die im März mit den internationalen Gläubigern vereinbarte Zwangsabgabe werde 47,5 Prozent betragen, teilte Regierungssprecher Victoras Papadopoulos am Montag in Nikosia mit. Diesen "definitiven Prozentsatz" habe die Zentralbank in den Verhandlungen mit den Geldgebern erreicht.

Die Abgabe auf Spareinlagen oberhalb von 100.000 Euro war im März beschlossen worden. Mit dem Geld soll die Bank of Cyprus rekapitalisiert werden. Die Regierung wollte die Quote unterhalb von 50 Prozent halten. Ein Verlust von 47,5 Prozent fällt aber deutlich höher aus als zunächst angestrebt. Ursprünglich waren 37,5 Prozent geplant. Die Einbeziehung Vermögender war eine Bedingung der Eurogruppe und des Internationalen Währungsfonds für Notkredite von zehn Milliarden Euro.

Troika ortet "hoffnungsvolle Stabilisierung"
Eine 30-köpfige Troika-Delegation von Währungsfonds, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank hält sich seit Mitte Juli in Nikosia auf, um die Umsetzung des Anpassungsprogramms zu überprüfen.

Bei einem Treffen am Montag hätten die Teilnehmer "eine hoffnungsvolle Stabilisierung" der Lage festgestellt, die der Wirtschaft helfen werde, sagte Regierungssprecher Papadopoulos. Er betonte, dass "die strikte Umsetzung der Vereinbarung" mit der Troika der "einzige rasche Weg aus der Krise" sei.

Zu den Konditionen für die Notkredite gehört neben der Zwangsabgabe für Kunden der Bank of Cyprus die vollständige Abwicklung der Laiki-Bank. Außerdem verpflichtete sich Zypern zu Ausgabenkürzungen, Stellenstreichungen, Privatisierungen und einer Erhöhung der Unternehmenssteuer. Zielvorgabe ist ein ausgeglichener Haushalt mit Primärüberschuss bis Ende 2016. In Folge der harschen Sparmaßnahmen ist die Wirtschaft in die Rezession gerutscht.

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