27.07.2013 13:08 |

"Tag des Sieges"

Nordkorea feiert mit Heerschau 60 Jahre Waffenstillstand

Die Führung des kommunistischen Nordkorea hat den 60. Jahrestag des Waffenstillstands im Korea-Krieg am Samstag mit einer großen Militärparade gefeiert. Die Heerschau mit Tausenden von marschierenden Soldaten in der Hauptstadt Pjöngjang wurde live vom Staatsfernsehen des weithin abgeschotteten Landes übertragen. Die Parade auf dem Kim-Il-Sung-Platz wurde vom jungen Machthaber Kim Jong Un abgenommen.

Der junge Diktator wurde bei den Feierlichkeiten nicht nur von hochrangigen Vertretern des Regimes, sondern auch vom chinesischen Vizepräsident Li Yuanchao (re. im Bild) begleitet. Kim unterhielt sich zwar intensiv mit dem Vertreter aus China, doch an die Öffentlichkeit wandte er sich diesmal nicht.

Moderate Töne über Frieden und fremde Invasoren
Anders sein Top-Militärberater und Vizemarschall der Volksarmee Choe Ryong Hae, der in seiner Rede die Bedeutung des nordkoreanischen Militärs für den Schutz des Landes vor fremden Invasoren unterstrich. Choe stellte aber klar, dass Frieden oberste Priorität habe. Die Worte des Militärs waren im Vergleich zu anderen öffentlichen Auftritten von Regimevertretern in äußerst moderatem Ton gehalten. Zu den nuklearen Ambitionen des kommunistischen Regimes äußerte sich Choe nicht.

Tausende Soldaten marschierten im Stechschritt
Der 60. Jahrestag des Waffenstillstands zwischen Nord- und Südkorea wurde in Pjöngjang in einer laut südkoreanischen Beobachtern noch nie da gewesenen prunkvollen Manier begangen. Tausende Soldaten säumten den Platz und marschierten in diversen Formationen auf und ab. Militärkonvois mit Panzern und Raketen - darunter auch die neu entwickelte Mittelstreckenrakete Musudan - begleiteten die exerzierenden Soldaten. Kampfflugzeuge und -hubschrauber kreisten über Pjöngjang und beeindruckten auch anwesende ausländische Diplomaten.

Blumengrüße und Luftballons für den Diktator
Für prunkvolle Farben sorgten Zivilisten, die ebenfalls zu Zehntausenden auf den Kim-Il-Sung-Platz gekommen waren. Frauen in bunten Kleidern winkten Kim mit Blumen. Hunderte Luftballons stiegen in die Luft.

In Nordkorea gilt der Jahrestag der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von 1953 als "Tag des Sieges", obwohl völkerrechtlich nach wie vor Kriegszustand zwischen Süd- und Nordkorea herrscht. Ein Friedensvertrag wurde seit dem Ende des dreijährigen Bruderkriegs bis zum heutigen Tag nicht geschlossen.

Feierlichkeiten in kleinerem Rahmen auch in Südkorea
Auch in Südkorea wurde der Jahrestag des Waffenstillstands gefeiert - allerdings in viel kleinerem Rahmen mit rund 4.000 Teilnehmern. "Seit 60 Jahren herrscht ein unsicherer Frieden, der jeden Augenblick gebrochen werden kann", erklärte die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye vor Landsleuten und Veteranen aus Staaten, die während des Korea-Krieges den Süden unterstützt hatten.

In den vergangenen Monaten hatte sich der Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm zugespitzt. Auf den dritten nordkoreanischen Nukleartest im Februar reagierte der UN-Sicherheitsrat mit der Ausweitung der Sanktionen gegen Pjöngjang. Nordkorea überzog die USA und Südkorea daraufhin mehrfach mit Kriegsdrohungen. Zuletzt sandte das Land wieder Entspannungssignale aus.

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