26.07.2013 09:09 |

7 Millionen Verlust

Expansionskurs bringt Amazon in die roten Zahlen

Der Expansionskurs und die hartnäckige Wirtschaftskrise in Europa kommen Amazon teuer zu stehen. Der weltweit führende Internet-Versandhändler rutschte im zweiten Jahresviertel in die roten Zahlen und rechnet auch für die kommenden drei Monate mit Verlusten. Unter dem Strich lag das Minus im Frühjahr bei sieben Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte. Analysten hatten mit einem Gewinn gerechnet. Im Vorjahr hatte der eBay-Konkurrent noch einen Überschuss von sieben Millionen Dollar verbucht.

Grund für die Verluste ist zum Teil der Expansionskurs des Onlinehändlers. Amazon überlegt etwa, ein Logistik- und Versandzentrum in Rudersdorf im Burgenland zu errichten, berichtet das ORF-Radio. Für das Sommerquartal prognostizierte Amazon unter anderem wegen massiver Investitionen in Online-Videos einen Verlust zwischen 440 und 65 Millionen Dollar.

Aggressiver Wachstumskurs, schwaches Überseegeschäft
"Das internationale Geschäft war weit schwächer als erwartet und das macht sich bei der Vorhersage bemerkbar. Wir sehen Schwäche auf der internationalen Seite, die das Inlandsgeschäft nicht ausgleichen kann", sagte Scott Tilghman, Analyst bei B. Riley & Co.

Amazon wächst aggressiv und investiert einen Großteil seiner Gewinne in den Aufbau neuer Geschäftsfelder - wie etwa die E-Reader und Tablets aus der Kindle-Familie. Dieser Kurs scheint sich auszuzahlen, weil Amazon nun zunehmend auch elektronische Inhalte und Hardware verkauft. Mit dem Tablet Kindle Fire und der dazugehörigen Leihbücherei mit mehr als 300.000 Büchern macht Amazon etwa dem iPad von Apple und dem Online-Dienst iTunes Konkurrenz.

Negativschlagzeilen durch Steuertricks und Streiks
In Deutschland war das Unternehmen zuletzt wegen seiner umstrittenen Steuerpolitik und Streiks in die Negativschlagzeilen geraten. Der Internet-Versandhändler wickelte 2012 einen Großteil des Umsatzes mit deutschen Kunden - in Höhe von 8,7 Milliarden Dollar - über Luxemburger Gesellschaften ab und zahlte deswegen in Deutschland kaum Steuern.

Letztendlich fließt ein Großteil der Erlöse an die in Luxemburg angesiedelte Amazon Europe Holding Technologies, die einen Gewinn von 118 Millionen Euro auswies. Als steuerbefreite Partnerschaft zahlte diese keine Steuern.

Der deutschsprachige Raum ist der wichtigste Markt für Amazon außerhalb der USA, ein Drittel der Erlöse erzielt Amazon hier. Zuletzt legten Beschäftigte der Versandzentren mehrfach ihre Arbeit nieder. Sie fordern höhere Löhne und eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag des Versandhandels statt der Logistik. Amazon will den Mitarbeitern aber nicht entgegenkommen.

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