16.07.2013 18:59 |

"Gefahr in Verzug"

Abtreibungen: Ordination in Wien geschlossen

Die Ordination jener Wiener Medizinerin, die in den vergangenen Jahren eine dubiose Abtreibungsklinik betrieben hatte, ist geschlossen. Die Schließung erfolgte wegen "Gefahr in Verzug und wegen der Gefahr für das Leben und die Gesundheit von Patientinnen", wie Renate Christ, Leiterin der MA 40, am Dienstagabend bekannt gab.

Am Dienstagnachmittag hatten sich in der Ordination - seit vielen Jahren für Affären bekannt - Experten der MA 40, der Wiener und der Österreichischen Ärztekammer sowie der Ärztekammer-Gesellschaft für Qualitätsmanagement ÖQMed eingefunden.

Die Magistratsabteilung prüfte - wieder einmal - die hygienischen Bedingungen, die ÖQmed begutachtete die fachspezifischen Qualitätsstandards (z.B. Vorliegen von Belegen für die Fortbildung, Einrichtung, Hygieneverordnung, Mitarbeiterschulung etc.). "Die ÖQmed hat die fachspezifischen Qualitätsbedingungen überprüft, auf der Basis dieser Überprüfung hat die MA 40 die Sperre veranlasst", erklärte man bei den Wiener Behörden.

Schwangerschaftsabbrüche zum Billigtarif
Der beschuldigten Medizinerin war bereits am Freitag die Berufsbefugnis temporär entzogen worden. Ihr wird vorgeworfen, in ihrer Praxis jahrelang Schwangerschaftsabbrüche zum Billigtarif angeboten und dabei zahlreiche Frauen schwer verletzt zu haben.

Laut der Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz waren in den vergangenen vier Jahren 16 Mal Frauen von der Ordination wegen Komplikationen mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht worden. Sieben Frauen mit Komplikationen hätten sich an sie gewandt, so Pilz.

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