15.07.2013 09:31 |

Steuer-Trickserei

Amazon zahlte 2012 in Deutschland kaum Steuern

Der Internet-Versandhändler Amazon hat 2012 einen Großteil des Umsatzes mit deutschen Kunden über Luxemburger Gesellschaften abgewickelt und in Deutschland kaum Steuern gezahlt. Amazon.de wies einen Gewinn von 10,2 Millionen Euro aus und zahlte 3,2 Millionen Euro Steuern, wie aus der Bilanzveröffentlichung im Amtsblatt "Bundesanzeiger" hervorgeht. In Luxemburg war der Gewinn mehr als zehnmal so hoch – der deutsche Fiskus sah nichts davon.

Deutschland ist der wichtigste Markt für Amazon außerhalb der USA, ein Drittel der Erlöse erzielt der weltgrößte Internethändler dort. Umsätze mit deutschen Kunden in Höhe von 8,7 Milliarden Dollar wurden über Luxemburger Gesellschaften abgewickelt. Letztendlich fließt ein Großteil der Gelder an die in Luxemburg angesiedelte Amazon Europe Holding Technologies, die einen Gewinn von 118 Millionen Euro auswies. Als steuerbefreite Partnerschaft zahlte diese keine Steuern.

300 Beschäftigte in Luxemburg, 9.000 in Deutschland
Amazon lehnte eine Stellungnahme ab. In der Vergangenheit hatte der Konzern erklärt, er richte sich nach den örtlichen Steuergesetzen. Sämtliche strategischen Aufgaben würden vom Europa-Hauptquartier in Luxemburg übernommen, das rund 300 Beschäftigte zählt. In seinen deutschen Logistikzentren beschäftigt Amazon mehr als 9.000 Mitarbeiter. Der Konzern und die Gewerkschaft Verdi streiten seit Monaten über höhere Löhne, mehrfach wurde bereits an den Standorten in Leipzig und Bad Hersfeld gestreikt (siehe Infobox).

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