"Sehr, sehr hektisch"

USA: Crash-Opfer von Feuerwehrauto überrollt?

Ausland
08.07.2013 10:56
Die Bruchlandung überlebt und danach von einem Einsatzfahrzeug überrollt - dieses Schicksal könnte eines der beiden bei dem Flugzeugunglück von San Francisco am Samstag ums Leben gekommenen Mädchen ereilt haben. Verantwortliche des San Francisco Fire Departments hätten ihn darauf aufmerksam gemacht, dass die 16-Jährige nach der missglückten Landung möglicherweise noch gelebt habe und auf der Rollbahn von dem Fahrzeug erfasst worden sei, sagte der zuständige Gerichtsmediziner. Eine Autopsie soll nun klären, wie die Chinesin starb.

Insgesamt verloren bei dem Unglück zwei Mädchen ihr Leben. Eine Leiche wurde auf dem Rollfeld in der Nähe des abgebrochenen Heckflügels der Maschine gefunden, die andere in unmittelbarer Nähe einer Notrutsche an jener Stelle, an der das Flugzeug zum Stehen gekommen war.

Eine Feuerwehrsprecherin sagte am Sonntag, sie wisse nicht, ob die Mädchen noch gelebt hätten, als die Einsatzkräfte am Unfallort eintrafen. Allerdings ließen die Verletzungen jenes Mädchens, das nahe der Notrutsche lag, darauf schließen, dass das Opfer überfahren worden sei.

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Einsatz laut Bürgermeister "sehr, sehr hektisch"
"Eines unserer Fahrzeuge könnte für die Verletzungen verantwortlich sein", so die Sprecherin gegenüber dem San Francisco Chronicle. "Es könnte sein, dass das im Chaos der Rettungsaktion passiert ist." Der Bürgermeister von San Francisco, Ed Lee, bestätigte die Meldung vorerst nicht, sprach aber davon, dass der Einsatz "sehr, sehr hektisch" verlaufen sei.

Die beiden Todesopfer waren laut chinesischen Medienberichten Teil einer Reisegruppe von 29 Schülern und fünf Lehrern, die auf dem Weg in Sommercamps in Kalifornien waren. Die Mädchen, deren Namen mit Ye Mengyuan und Wang Linjia angegeben werden, hatten in Zhejiang an der chinesischen Ostküste die Schule besucht.

Noch 19 Insassen in Behandlung, sechs in Lebensgefahr
Neben den beiden Todesopfern wurden 182 Menschen verletzt. Sechs von ihnen schweben noch in Lebensgefahr, darunter ein Kind. Eine Sprecherin des San Francisco General Hospital sagte am Sonntag, in dem Krankenhaus seien noch 19 Insassen der Unglücksmaschine in Behandlung.

Viele der Patienten haben innere Verletzungen oder Knochenbrüche erlitten, sagte eine Chirurgin. Die Brüche gingen teilweise mit Lähmungen einher. Die lebensbedrohlichen Fälle seien jene mit Schädelhirntrauma oder schweren Unterleibsblutungen. Zwei Patienten hätten schwerste Hautabschürfungen, so als seien sie gezogen worden, sagte die Ärztin weiter. Sie wisse nicht, was mit ihnen geschehen sei.

Maschine war viel zu langsam
Die Unglücksmaschine war ersten Erkenntnissen zufolge deutlich zu langsam auf die Landebahn zugeflogen. Die Piloten wollten den Landeanflug eigentlich abbrechen. Die Geschwindigkeit, mit der sich das Flugzeug der Landebahn näherte, sei signifikant unter der Richtgeschwindigkeit gelegen, teilten jene Experten mit, die die Bruchlandung der Boeing 777 untersuchen.

Demnach sei ein Warnsignal ausgelöst worden, weil das Flugzeug der südkoreanischen Fluggesellschaft Asiana Airlines zu langsam gewesen sei. Einer der Piloten habe sich daraufhin eineinhalb Sekunden vor dem Aufprall dafür ausgesprochen, doch noch nicht zu landen und die Maschine wieder in die Luft zu bringen. Sieben Sekunden vor dem Unglück hatte einer der Piloten bereits um Erlaubnis gebeten, wieder zu beschleunigen.

Die beiden Flugschreiber der Unglücksmaschine enthalten Aufzeichnungen in guter Qualität, erklärte die Chefin der US-Behörde für Verkehrssicherheit, Deborah Hersman. Es sei jedoch noch zu früh, um aus den bisherigen Erkenntnissen Schlüsse zu ziehen. "Alle Optionen sind auf dem Tisch", sagte Hersman. Experten ihrer Institution sollen noch etwa eine Woche in San Francisco bleiben, um das Unglück zu untersuchen.

Pilot war in Ausbildung
Der Pilot befand sich nach Angaben der Fluggesellschaft in Ausbildung auf der Boeing 777. Der 46-jährige Flugkapitän Lee Kang Kuk habe lediglich 43 Stunden Erfahrung mit diesem Flugzeugtyp, sei aber mit insgesamt mehr als 9.000 Flugstunden sehr erfahren, sagte eine Asiana-Sprecherin am Montag in Seoul. Außerdem habe er einen erfahrenen Ausbilder als Ko-Piloten zur Seite gehabt.

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