„Präsenz beendet“

Franzosen verlassen letzte Militärbasis im Tschad

Ausland
30.01.2025 15:41
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der im Vorjahr begonnene Rückzug der französischen Armee aus dem Tschad wird nun dieser Tage abgeschlossen sein. Am Donnerstag wurde die Übergabe des letzten Stützpunkts an die Regierung des zentralafrikanischen Staates vermeldet.

„Das Lager Kossei wurde heute an die tschadische Armee zurückgegeben“, teilte der Sprecher des französischen Generalstabs, Guillaume Vernet, am Donnerstag mit. Der Generalstab der tschadischen Armee erklärte seinerseits: „Die Rückgabe der Basis Sergent Adij Kossei in N‘Djamena beendet endgültig die französische Präsenz im Tschad.“

Am Freitag soll die Übergabe in einer offiziellen Zeremonie abgeschlossen werden. Das Personal und die Kampfausrüstung wurden nach Frankreich verlegt, vor Ort bleiben nur noch Container, die laut Vernet von privaten Dienstleistern auf dem Land- und Seeweg zurückgebracht werden sollen. 

Sahelzone: Von 5000 Soldaten auf 0
Der Tschad hatte Ende November überraschend das Verteidigungsabkommen mit Frankreich aufgekündigt. Am 26. Dezember übergab Paris einen ersten Armeestützpunkt an den Tschad. Das Land war das letzte in der Sahelzone, in dem noch französische Truppen stationiert waren. Ende November 2022 waren noch 5000 französische Soldaten im Zusammenhang mit einem internationalen Militäreinsatz gegen islamistische Gruppen in der Region stationiert gewesen.

Annäherung an Russland
Doch nach Regierungsumstürzen in in Mali, Burkina Faso und Niger wurden die Franzosen zunehmend unerwünscht, während sich die neuen Herrscher Russland annäherten. Jüngst haben auch Senegal, Gabun und die Elfenbeinküste (Cote d‘Ivoire) den Abzug der Franzosen von ihrem Territorium verkündet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nennt das allerdings lediglich eine „Reorganisation“ der Truppen.

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