Strategieexperte:
Russisches Heer nimmt Kohleschächte ins Visier
Bei russischen Artillerieangriffen in der Ostukraine sind mindestens ein Mensch getötet und vier weitere verletzt worden. Granaten schlugen in Wohnhäuser ein, meldete der regionale Militärverwalter. Russische Truppen besetzten zudem einen weiteren Ort im Donbass.
„Vor allem interessiert sie Pokwrowsk, das ist ein wirtschaftliches Ziel“, sagte der ukrainische Strategieexperte Andrij Ryschenko. „Es ist ja bekannt, dass sich dort mehrere Kohleschächte befinden.“
Die russischen Truppen besetzten jüngst den Ort Welyka Nowosilka im Donbass. „Es gelang, Einheiten des Gegners einzukesseln, die zwar ihre Kommandeure um einen Befehl zum Rückzug baten, ihn aber nicht bekamen“, hieß es auf russischer Seite. Zuvor hatte ein ukrainischer Armeesprecher noch davor gewarnt, dass den Truppen dort die Einkesselung drohe.
Moskau: „Entscheidender Durchbruch“
Das russische Verteidigungsministerium in Moskau hatte am Freitag von einem entscheidenden Durchbruch berichtet. Welyka Nowosilka hatte vor Kriegsbeginn ungefähr 5300 Einwohnerinnen und Einwohner. Es ist der südwestliche Frontabschnitt im Gebiet Donezk.
Die ukrainischen Streitkräfte greifen seit einiger Zeit Militärstützpunkte, Raffinerien und Munitionsdepots auf russischer Seite an, um die Versorgung der Streitkräfte Russlands zu erschweren.
Selenskyj tauschte Kommandant aus
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat unterdessen zum dritten Mal innerhalb eines Jahres den Kommandanten am Frontabschnitt im Osten ausgetauscht (siehe Video oben). „Dies sind die härtesten Kampfgebiete“, sagte er in seiner täglichen Videoansprache am Sonntagabend. Generalmajor Mychailo Drapatyj ersetzt nun Andrij Hnatow, der erst seit Juni das Kommando innehatte. Hnatow soll stellvertretender Generalstabschef werden und für Ausbildung und Kommunikation zuständig sein.
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