27.06.2013 10:22 |

Traurige Zahl

Hinrichtung Nr. 500: Todesstrafen-"Rekord" in Texas

Es ist eine denkwürdige Zahl - und ein trauriger Rekord: Im US-Bundesstaat Texas ist am Mittwoch die 500. Hinrichtung seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA im Jahr 1976 vorgenommen worden. Die 52-jährige Kimberly McCarthy (kl. Bild) wurde im Gefängnis von Huntsville per Giftspritze getötet. Vor dem Gefängnis hielten etwa 30 Gegner der Todesstrafe eine Mahnwache ab (gr. Bild).

McCarthy wurde nach Angaben der Strafvollzugsbehörden am Mittwoch um 18.37 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt. "Dies ist kein Verlust, dies ist ein Gewinn. Sie wissen, wohin ich gehe. Ich gehe nach Hause zu Jesus. Ich liebe euch alle. Gott ist groß", zitierte die Associated Press aus der Abschlusserklärung der 52-Jährigen.

Die ehemalige Drogenabhängige war wegen des Mordes an einer alten Frau aus ihrer Nachbarschaft 1997 zum Tode verurteilt worden. McCarthy hatte die 71 Jahre alte Dorothy Booth unter Drogeneinfluss erstochen, mit der Absicht sie auszurauben. McCarthys Anwältin, Maurie Levin, hatte alle Rechtsmittel ausgeschöpft. Doch das Oberste Berufungsgericht in Texas lehnte es ab, das Verfahren neu aufzurollen.

Alle Geschworenen weiß: Rassistische Vorurteile?
Im Berufungsverfahren hatte die Verteidigerin vergeblich geltend gemacht, dass rassistische Vorurteile im Prozess eine Rolle gespielt hätten. McCarthy ist schwarz, ihr Opfer wie auch alle zwölf der damaligen Geschworenen waren weißer Hautfarbe. Kritiker der Todesstrafe argumentieren schon seit Langem, sie treffe in unverhältnismäßigem Ausmaß arme Menschen und ethnische Minderheiten. Schwarze machen zwölf Prozent der Bevölkerung aus, aber knapp 40 Prozent der 281 Häftlinge, die derzeit in der Todeszelle sitzen.

Texas als US-Bundesstaat mit den meisten Hinrichtungen
Texas, wo die Todesstrafe 1982 wieder eingeführt wurde, ist der US-Bundesstaat mit den meisten Hinrichtungen. Im Jahr 2013 wurden im "Lone Star State" bisher acht Menschen hingerichtet - Nummer 499 am 13. Juni, Nummer 500, Kimberly McCarthy, nun am 26. Juni. Die 500 Hinrichtungen machen mehr als ein Drittel der insgesamt 1.337 Exekutionen in den USA seit 1976 aus. Nach Angaben des Todesstrafen-Informationszentrums in Washington liegen Virginia mit bisher 110 vollstreckten Todesurteilen und Oklahoma mit 105 – weit abgeschlagen - auf den folgenden Plätzen.

Gouverneur Perry ein überzeugter Anhänger der Todesstrafe
Auf Transparenten von Protestierenden vor dem Gefängnis in Huntsville war am Mittwoch zu lesen: "Wanted: Serial Killer, Gouverneur Rick Perry". Wie sein Vorgänger George W. Bush, ist der amtierende Gouverneur von Texas, Rick Perry, ein überzeugter Anhänger der Todesstrafe. Seine Position macht er immer wieder deutlich: Er verliere keinen Schlaf über die Möglichkeit, dass sein Bundesstaat eine unschuldige Person hingerichtet haben könnte, erklärte der Gouverneur etwa 2011.

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