Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) spricht in seiner Insolvenzstatistik für 2024 von einem „Rekordpleitenjahr“. Die Aussichten sind trüb, denn die Rezession hält sich hartnäckig.
„Die Produktions- und Investitionsrückgänge in der Immobilienkrise haben sich wie befürchtet auf den Handels- und Industriesektor übertragen.“ Durch die hohe Verunsicherung sei die Auftragslage in der Industrie weiterhin schwach und führe zu überfüllten Lagern und zum Wegfall von Arbeitsplätzen. „Die daraus resultierende Unsicherheit am Arbeitsmarkt führt wiederum zu einem zurückhaltenden Konsumverhalten und zu einer sich beschleunigenden Wirtschaftskrise.“ Das werde sich zumindest bis zur Jahresmitte 2025 auch bei der Zahl der Insolvenzen niederschlagen.
Einschließlich mangels Masse abgewiesener Firmeninsolvenzen gab es 6768 Pleiten, eröffnet wurden 4156 Verfahren. Pro Monat wurden durchschnittlich 346 Insolvenzverfahren eröffnet, das waren um gut 23 Prozent mehr als 2023 mit 280. Eine Entspannung sei nicht in Sicht. Die Zahl der eröffneten Privatpleiten blieb laut AKV-Zählung mit gut 8800 stabil.
Die Gesamtzahl der eröffneten Firmeninsolvenzen von 2023 in der Höhe von 3369 wurde im Vorjahr bereits im Oktober überschritten. Von den 2024 eröffneten Pleiten waren 22.887 Dienstnehmende unmittelbar betroffen.
Gesamtpassiva bei fast 20 Mrd. Euro
Auch im Bereich der Passiva wurde mit 19,55 Mrd. Euro ein historischer Rekordwert erreicht. 2023 hatten sich die Passiva aber auch schon auf 16,75 Mrd. Euro belaufen.
Die negativen Spitzenplätze im Einzelnen belegen die KTM AG (2,74 Mrd. Euro Passiva), Rene Benko (2,43 Mrd.) und die Familie Benko Privatstiftung (2,28 Mrd.). Dahinter folgen Fisker (1,54 Mrd.), Signa Prime Holding (1,32 Mrd.) und Signa Prime Beteiligung (0,83 Mrd.). Zudem war 2024 von gescheiterten Sanierungen geprägt, wobei Kika/Leiner, die Imfarr Beteiligungs GmbH, Windhager-Gruppe, sowie die Signa Prime Selection und die Signa Development Selection AG zu den prominentesten „Opfern“ gehören.
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