04.06.2013 17:05 |

Männer verweiblicht

An der Uni Leipzig sagt man jetzt "Herr Professorin"

"Professor/Professorin", "Professor/in", "Professor_in", "Professor (m/w)" - die Frage der geschlechtsneutralen Bezeichnungen hat in den vergangenen Jahren nicht nur, aber vor allem an den Universitäten für hitzige Diskussionen gesorgt. Die Universität Leipzig hat die Debatte nun auf ungewöhnliche Weise beendet: Künftig heißen dort die Männer "Herr Professorin".

Die Universiät Leipzig verweiblicht ihre sogenannte Grundordnung, eine Art Uni-Verfassung. Statt der bisher gängigen Schrägstrich-Variante soll künftig überall die weibliche Personenbezeichnung stehen. Mit "Professorin" können somit künftig auch Männer gemeint sein, "Dozentinnen" umfasst sowohl männliche als weibliche Personen, berichteten deutsche Medien am Dienstag.

"Sprachreform" oder "Irrsinn"?
Konkret ergänzt eine Fußnote in der Grundordnung der Uni, dass die feminine Bezeichnung sowohl für Personen männlichen als auch weiblichen Geschlechts gilt. Eine entsprechende Änderung wurde im Senat der Universiät beschlossen und vom Rektorat bereits bestätigt. Während "Spiegel Online" angesichts der - offenbar historisch erstmaligen Änderung an einer deutschen Uni - noch recht zahm über eine "Sprachreform" berichtete, ortete etwa die "Bild"-Zeitung einen "Irrsinn" an der Uni Leipzig.

Änderung beruht eigentlich auf Zufall
Dabei dürfte die Änderung laut "Unabhängiger Deutscher Universitätszeitung" weniger feministischer Durchsetzungskraft zu verdanken sein als einem Zufall: Da bei der Debatte um die Neufassung der Grundordnung einige Senatsmitglieder die Schrägstrich-Variante "Professor/Professorin" kritisiert und Juristen eingeworfen hatten, dass dies die Lesbarkeit hemme, entspann sich eine lange Diskussion. Um diese zu beenden, schlug ein Physikprofessor kurzerhand die Verwendung der weiblichen Form vor - und hatte damit Erfolg. Der Senat stimmte der Einführung des sogenannten generischen Femininums zu.

Ministerium kann Regelung noch kippen
Wenn das sächsische Wissenschaftsministerium die Änderung nun nicht innerhalb von vier Monaten untersagt, tritt die Regelung in Kraft. Doch damit rechne in Leipzig niemand, hieß es im Bericht von "Spiegel Online".

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