Glücklich präsentierten sich die Bayern-Stars nicht nur nach dem Abpfiff im Berliner Olympiastadion, wo sie Leibchen mit der Aufschrift "Oans, zwoa, drei - gwunna" überstreiften, sondern wenig später auch mit ihren Trophäen auf der Bühne im Bankettsaal. Champions-League-Pokal, Meisterschale, der am Samstag gewonnene DFB-Pokal, ja sogar der kleine Supercup wurden den Edelfans zu nächtlicher Stunde gezeigt.
"Bin gespannt, ob alle rechtzeitig den Flieger erreichen"
Gegen 1.30 Uhr verabschiedeten sich Mannschaft und Trainer dann zu einer Party im privateren Kreis. "Wir haben letzten Samstag schon ein bisschen gefeiert, konnten aber nicht so lange. Ich bin gespannt, ob alle morgen früh rechtzeitig den Flieger erreichen", unkte Co-Kapitän Bastian Schweinsteiger, der mit seinem sechsten DFB-Cup-Sieg zum bisher alleinigen Rekordhalter Oliver Kahn aufschloss. "Das haben wir uns verdient. Wir haben ja hart dafür gearbeitet und deshalb können wir jetzt noch einmal richtig Gas geben", so Alaba.
Robben mit kritischen Worten im Rückblick
Einer, der in der Stunde des Triumphs auch kritische Worte fand, war Bayerns Arjen Robben. "Das vergesse ich nicht", meinte der Niederländer im Hinblick auf die eigenen Fans, die ihn zu Beginn der Saison noch ausgepfiffen hatten. "Aber ich habe alles gegeben für den Verein, für die Mannschaft, für die Jungs. Das ist das Wichtigste für mich, die Leute, mit denen ich zusammenarbeite."
Feiern gingen auch am Sonntag in München weiter
Nach der "Supernacht" von Berlin feierten die berauschten Stars von Bayern München den größten Erfolg der Vereinsgeschichte zudem noch ausgiebigst in der Heimat. Im Anschluss an eine Triumphfahrt durch den strömenden Regen von München präsentierten sich die Triplesieger stolz mit ihren Trophäen auf dem Rathaus-Balkon. Mit "Triplesieger, Triplesieger, hey, hey" peitschte Robben die 15.000 Anhänger auf dem Marienplatz ein.
Und dann löste Heynckes ein altes Versprechen ein: "Ich habe 1990 ein bisschen großspurig den Europapokal versprochen", rief er den Fans zu, "und dieses Versprechen möchte ich jetzt einlösen." Der 68-Jährige hielt den Henkelpott als wichtigste Trophäe in die Höhe. "Im letzten Jahr waren wir dreimal Zweiter, jetzt sind wir dreimal Erster. Unglaublich", staunte Robben.
Auch DFB-Teamchef Löw lobt Bayern-Stars
Einige Bayern-Spieler sahen am Sonntag verständlicherweise müde aus, der Feiermarathon ging trotzdem weiter. Und für die Bayern-Kicker gab es einmal mehr Lob, diesmal von DFB-Teamchef Joachim Löw. "Das kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Das ist etwas, das bleibt für die Ewigkeit", sagte er am Sonntag in Washington. "Die Spieler, die dabei waren, sind jetzt bei Bayern Helden für alle Ewigkeit. Das ist das Besondere."
Die Bayern hätten sich alle drei Titel - Meisterschaft, Champions League und DFB-Pokal - "verdient". "Dieses Jahr waren sie einfach auch so stark", betonte der Bundestrainer, der mit etlichen Münchner Akteuren auch für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Brasilien plant: "Sie können unglaublich stolz sein."
Stuttgarter geknickt: "Hatten einmalige Chance"
Die Verlierer, die dank des Doppelpacks von Martin Harnik im Finish noch auf den Ausgleich hatten hoffen dürfen, präsentierten sich geknickt. "Wir hatten die einmalige Chance, die Bayern zu knacken", bedauerte Kapitän Serdar Tasci. Sein Trainer Bruno Labbadia sagte: "Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass wir den Pokal nicht geholt haben. Vor allem in der ersten Hälfte haben wir sehr viel richtig gemacht, aber insgesamt haben wir zu viele Fehler gemacht."
Sportdirektor Fredi Bobic nahm aber auch Positives mit. "Was die Mannschaft abgeliefert hat, war erste Sahne", erklärte er und tat schon einen Ausblick auf die kommende Saison. "Jetzt brauchen wir noch ein bisschen mehr Qualität und Quantität. Unser Anspruch muss es sein, konstanter in einer Saison durchgehen zu können."
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