Von Syrien nach Libyen
Russische Streitkräfte sollen Ausrüstung verlegen
Russische Streitkräfte sollen derzeit Waffen aus Syrien nach Libyen bringen. Dabei geht es um militärische Ausrüstung vom russischen Marinestützpunkt Tartus und vom Luftwaffenstützpunkt Hmeimin in Syrien. Bereits am vergangenen Freitag zeigten Satellitenaufnahmen mindestens ein großes Flugzeug, das in Richtung Libyen flog.
Das sagte ein Mitglied der syrischen Sicherheitskräfte, das sich außerhalb der Anlage aufhielt. Den Angaben nach werden Ausrüstungsgegenstände, aber auch hochrangige Offiziere nach Moskau zurückgeschickt. Durch den Sturz des syrischen Machthabers Bashar al-Assad ist die Zukunft des russischen Luftwaffenstützpunkts Hmeimin und des Marinehafens in Tartus ungewiss. Tartus ist Russlands einzige Anlaufstelle für Reparaturen und Nachschub im Mittelmeer, Hmeimin ist ein wichtiges Drehkreuz für militärische Aktivitäten in Afrika.
Die Regierung in Moskau gab an, mit den neuen Machthabern in Syrien Gespräche über die beiden Stützpunkte zu führen. Für Tartus war Russland 2017 noch ein kostenloser Pachtvertrag über 49 Jahre gewährt worden. Aus militärischen Kreisen heißt es, dass es keine Anzeichen gebe, dass der Kreml die Stützpunkte in Syrien aufgeben wolle. Russische Truppen würden von den bisherigen Frontverläufen in dem Land abgezogen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Abzug der Luftabwehr.
Libyens Regierungschef warnt vor „Schlachtfeld“
Seit einigen Tagen gibt es nun Berichte, dass russische Streitkräfte militärische Ausrüstung in den Osten Libyens verlegen. Dort herrschen seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi 2011 Chaos und Gewalt. Bewaffnete Milizen und ausländische Söldner bekämpfen sich. Die Übergangsregierung in der Hauptstadt ringt mit einer Gegenregierung im Osten um die Macht. Der Kreml hat enge Beziehungen zu der Gegenregierung in der Stadt Bengasi.
Niemand, der auch nur ein wenig Patriotismus besitzt, möchte, dass eine ausländische Macht ankommt und ihre Hegemonie und Autorität über das Land und die Menschen ausübt.
Abdulhamid Dbeibah, Libyens Regierungschef
„Wir haben Bedenken, dass internationale Konflikte nach Libyen verlagert werden und das Land zu einem Schlachtfeld wird“, sagte der libysche Regierungschef Abdulhamid Dbeibah am Donnerstag. „Niemand, der auch nur ein wenig Patriotismus besitzt, möchte, dass eine ausländische Macht ankommt und ihre Hegemonie und Autorität über das Land und die Menschen ausübt (...).“
Russische Schiffe und U-Boote im Mittelmeer seien „ein Grund zur Besorgnis, vor allem, wenn sie nur ein paar Schritte von uns entfernt sind“, sagte auch Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto.







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