„Krone“-Protokoll

Tödliche Weihnachtsfeier beim „Tatort“ aus Bremen

Unterhaltung
08.12.2024 15:30

„Stille Nacht“ heißt der neue „Tatort“ aus Bremen (20.15 Uhr, ORF 2). Er ist klarerweise ganz und gar nicht still und bereitet dem weiblichen Ermittlerduo viel Kopfzerbrechen. In unserem wöchentlichen „Krone“-„Tatort“-Protokoll lesen Sie, ob es sich auszahlt, heute einzuschalten.

Das Familienoberhaupt wird am Tag nach Weihnachten erschossen aufgefunden, aber alle beteuern, dass die Feier am Vorabend komplett harmonisch verlaufen ist? Das kommt den Bremer Ermittlerinnen Liv Moormann und Linda Selb wohl zu Recht komisch vor. Auch wenn zunächst alles auf einen Raubmord hindeutet, wollen sie es sich nicht so einfach machen und suchen nach den dunklen Geheimnissen zwischen Geschwistern und Partnern, Stiefkindern und Freunden der Familie ...

Die Weihnachtsfeier war ausgelassen, doch endete tödlich.
Die Weihnachtsfeier war ausgelassen, doch endete tödlich.(Bild: Radio Bremen)

„Stille Nacht“ wird nicht nur jetzt kurz vor Weihnachten ausgestrahlt, sondern wurde auch im Advent gedreht, erinnert sich Hauptdarstellerin Luise Wolfram (Linda Selb): „Nachdem ich vom Dreh abgereist bin und wieder zu Hause war, um endlich richtig Weihnachten zu feiern, hatte ich schon so viele Lichterketten gesehen, leckere Kekse und Lebkuchen verzehrt, dass ich wirklich das Gefühl hatte, zweimal Weihnachten zu feiern. Das war durchaus ein sehr charmanter Dreh.“

Pathologin Edda Bingley Kampfspuren.
Pathologin Edda Bingley Kampfspuren.(Bild: Radio Bremen)

Ihr Co-Star Jasna Fritzi Bauer (Liv Moormann) ist dagegen kein Weihnachtsfan: „Ich muss oft zu Weihnachten arbeiten und finde das nicht so schlimm. Ich freue mich, meine Familie zu sehen. Aber da ich aus einer großen Patchworkfamilie komme, ist Weihnachten bei uns immer in Stress ausgeartet. Und ich finde, zu Weihnachten gibt es immer ein hohes Streitpotenzial.“

Eben dieses Streitpotenzial beschert uns den heutigen Sonntagskrimi, der durch die in einem riesigen frei stehenden Haus versammelten Verdächtigen ein gewisses Agatha-Christie-Flair verbreitet. Leider ziehen sich die Ermittlungen merkwürdig in die Länge, aus irgendeinem Grund traut man sich kaum, die Familienmitglieder zu verhören, und die Auflösung ist dann auch nicht das Gelbe vom Ei. Die tödliche Weihnachtsfeier von Regisseur Sebastian Ko taugt maximal für einen durchschnittlichen „Tatort“-Abend.

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