Ab 1.30 Uhr waren die Florianis im Bezirk Graz-Umgebung im Dauereinsatz, um den Wassermassen Herr zu werden. Über 100 Gebäude standen zum Teil unter Wasser, vor allem im Süden der Landeshauptstadt. In Gössendorf war auch die Volksschule betroffen. Da es dort zu einem Stromausfall gekommen war, blieb die Einrichtung am Dienstag geschlossen.
Keller bis zur Decke überflutet
In Hausmannstätten wurde das Gemeindezentrum überflutet, in Grambach wurden ganze Wohngebiete überschwemmt - in einigen Kellern stand das Wasser bis zur Decke. In Fernitz traten Bäche im Ortsgebiet über die Ufer und überfluteten mehrere Häuser.
Weitere Bilder der Unwetterschäden in der Steiermark finden Sie in der Infobox.
In Graz waren vor allem die Bezirke St. Peter und Andritz betroffen. Zahlreiche Keller und Straßen wurden überschwemmt, Bäche traten über die Ufer, am Thalersee ging eine Mure ab. Die Berufsfeuerwehr stand mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz, Verstärkung aus anderen Bezirken wurde angefordert. Die Holding Graz unterstützte die 150 Leute der Berufsfeuerwehr sowie freiwillige Helfer mit rund 350 Personen.
"Wir sind ein bisserl überfordert"
In den frühen Morgenstunden wurde dann das ganze Ausmaß der Wasserschäden sichtbar. "Die Menschen stehen auf und sehen die Bescherung", berichtete Johann Kirnich von der Grazer Berufsfeuerwehr. Besonders Pumpeinsätze wegen überfluteter Keller hielten die Helfer auf Trab. "Ja, wir sind ein bisserl überfordert", räumte Kirnich ein. Praktisch im Sekundentakt erreichten Notrufe die Zentrale: "Es ist nicht gerade eine Katastrophe, aber in dieser Menge ist das Wasser schon lange nicht gekommen." Wegen des Hochwassers in der Mur - der Pegel überschritt die Fünf-Meter-Vorwarnmarke - mussten Unterführungen, Stege und Radwege gesperrt werden.
"Jedenfalls ein Extremwetterereignis"
Mindestens ebenso dramatisch war die Lage im Süden der Landeshauptstadt, wo rund 150 Gebäude unter Wasser standen, teilweise bis zur Kellerdecke. Rund 800 Feuerwehrmänner und -frauen waren laut dem Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes, Thomas Meier, im Einsatz. Doch auch im südöstlichen Landesteil gab es für die Helfer einiges zu tun: Im Bezirk Weiz traten Raab und Rabnitz über die Ufer, einige Anrainer mussten geweckt und vor der Gefahr gewarnt werden. Weitere Einsätze wurden aus den Bezirken Leibnitz und Mürzzuschlag gemeldet, im Mürztal lag der Hagel mehrere Zentimeter hoch.
"Jedenfalls ist es ein Extremwetterereignis", so der Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes. Auch die Meteorologen sprachen von einem "ganz extremen Wert", immerhin gingen über Nacht stellenweise bis zu 86 Liter Regen nieder. Entwarnung könne noch nicht gegeben werden, erklärte Friedrich Wölfelmaier von der ZAMG-Außenstelle Graz. Erst für Donnerstag sei eine Wetterberuhigung in Sicht.
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