Die Wohnbaugenossenschaft „meine heimat“ steht unter Druck: Das Polizeiprotokoll liegt nun vor. Darin werden mehrere Mitarbeiter belastet, die von dem Betrug mit Waschmaschinen gewusst haben sollen. Jetzt wurde ein „Task Force“ eingerichtet, um sämtliche Vorgänge aufzuklären.
Ende Oktober war ein großer Betrug mit Waschmaschinen in der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft „meine heimat“ aufgeflogen. Ein Villacher (55) hatte der Genossenschaft Waschmaschinen und Trockner im Wert von 450.000 Euro verrechnet, aber nie geliefert. Eine aufmerksame Hausbesorgerin hatte den Betrug aufgedeckt, weil in ihrer Anlage Maschinen verrechnet, aber nie aufgestellt wurden. Alleine heuer soll es sich um 150 Geräte gehandelt haben. Geschädigt wurden Mieterinnen und Mieter vor allem in Villach sowie in einigen Umlandgemeinden.
Mittlerweile hat der Unternehmer ein Geständnis abgelegt. Der Genossenschaft liegt nun auch das Einvernahmeprotokoll vor. Darin belastet der 55-Jährige gleicher mehrere Mitarbeiter der „meine heimat“ der Mitwisserschaft. „Der Vorstand hat unverzüglich reagiert und eine vorübergehende Freistellung der genannten Mitarbeiter ausgesprochen“, so „meine heimat“-Vorstandsvorsitzender Helmut Kusternik.
Man habe mit den betroffenen Mitarbeitern bereits Gespräche geführt. Bei dreien konnten die Verdachtsmomente, gestützt auf eidesstattliche Erklärungen – ausgeräumt werden. Bei drei weiteren Mitarbeitern seien, so Kusternik, noch weitere Recherchen notwendig. Für die Mitarbeiter gelte die Unschuldsvermutung. Der Vorstandsvorsitzende gibt allerdings fehlende oder zu wenige Kontrollen des internen Kontrollsystems zu.
Um sämtliche Vorwürfe lückenlos aufzuklären, wurde bei der Wohnbaugenossenschaft eine „Task Force“ eingerichtet. Leiter ist Rechtsanwalt Walter Dorn, der Experte im Genossenschaftswesen und nicht bei „neue heimat“ tätig ist. „Wir gewähren volle Transparenz und wollen den ganzen Vorfall lückenlos aufklären“, so Kusternig. In einer ersten Maßnahme soll das interne Kontrollsystem der Genossenschaft einem Stresstest unterzogen werden.
In einem Schreiben hat „meine heimat“ bereits ihre Mieter informiert. Für Fragen wurde eine Infohotline unter 04242/54042-19 (Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr) eingerichtet. Fragen sind auch via E-Mail an info@heimat-villach.at möglich.
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